Ötztal in Österreich

54-Jähriger aus der Ortenau stürzt beim Skifahren in den Tod

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 26. März 2019 um 17:39 Uhr

Südwest

Ein 54-Jähriger aus der südlichen Ortenau ist beim Skifahren in Obergurgl tödlich verunglückt. Er verlor wohl die Orientierung und stürzte rund 100 Meter über steiles Gelände ab.

Ein 54-jähriger Mann aus Ringsheim ist am Montagnachmittag beim Skifahren in Obergurgl, im hinteren Ötztal in Österreich, tödlich verunglückt. Er war bei schlechter Sicht an den bei der Präparierung entstandenen Randwulst der Piste geraten. Dabei hätten sich, so die Angaben der zuständigen Polizei, die Ski des Sportlers gelöst. Er sei etwa 100 Meter über steiles, mit Felsen und Lawinenverbauungen durchsetztes Gelände abgestürzt.

Der Mann gehörte einer etwa 20-köpfigen Reisegruppe aus dem Ortenaukreis und dem Kreis Emmendingen an, allesamt Installateure aus der Haustechnik-/Heizungsbranche, zumeist Firmeninhaber, die sich seit Jahren kennen und immer wieder mal zu gemeinsamen Skiaufenthalten aufbrechen. Die Gruppe war am Sonntag angereist und logierte in Zwieselstein, nur wenige Kilometer vom Skigebiet entfernt, das an der Zufahrtsstraße zum Timmelsjoch liegt, dem Übergang nach Südtirol.

In der näheren Umgebung liegen auch Sölden und das Bergsteigerdorf Vent. Die Skifahrergruppe wollte bis diesen Mittwoch bleiben, ist aber nach dem tragischen Unglück bereits am Dienstag abgereist, wie ein Mitglied der Gruppe der BZ auf Anfrage mitteilte. Am Montagnachmittag, sagte er, sei unter anderem im Gebiet der Hohen Mut (2670 Meter) gefahren worden, indes bei schlechter werdenden Witterungsbedingungen. Auch wenn zwei Kollegen in Begleitung des 54-Jährigen gewesen seien, "hat er vermutlich die Orientierung verloren".

Andere aus der Gruppe befanden sich zu dem Zeitpunkt – es war später Montagnachmittag – in der nur wenige hundert Meter tiefer gelegenen Nederhütte (2104 Meter). "Die Nachricht von dem Unfall hat sogleich die Runde gemacht, es war gleich klar, dass etwas Schlimmes passiert ist." Die beiden Begleiter sowie vorbeikommende Skifahrer setzten sofort einen Notruf ab, für den Mann kam aber jede Hilfe zu spät. Er verstarb noch an Ort und Stelle. Die Bergung des Leichnams gestaltete sich aufgrund der schlechten Sicht und des starken Windes schwierig. Ein angeforderter Rettungshubschrauber habe angesichts der Umstände gleich gar nicht anrücken können.



Die Gruppe, im Hotel zurück, sei noch am Abend von einem zweiköpfigen ehrenamtlichen Kriseninterventionsteam des Österreichischen Roten Kreuzes, zuständig fürs Ötztal, Pitztal und die Region um Imst, aufgesucht und betreut worden, darunter Tanja Klotz vom Geierwallihof in Vent. Das Montagwetter sei anfangs noch recht akzeptabel gewesen, sagte sie auf Anfrage, habe sich erst allmählich deutlich verschlechtert.

Karen Stürzel, Sprecherin des Polizeipräsidiums Offenburg, bestätigte auf Anfrage, dass es sich bei dem verunglückten 54-Jährigen um einen Mann aus Ringsheim handelt.

Obergurgl (1930 Meter) und Hochgurgl (2150 Meter) am hinteren Ende des Ötztals sind beliebte Reiseziele, befindet sich doch rund um die beiden Orte eines der schneesichersten Skigebiete Tirols. Es reicht von 1800 Metern bis hinauf auf über 3000 Meter und kann auf 25 Lifte und 112 Pistenkilometer verweisen. Bereits im November – und bis weit in den April hinein – herrschen hier meist gute bis sehr gute Skibedingungen.