64 Männer und 27 Frauen für 36 Sitze

Winfried Dietsche

Von Winfried Dietsche

Sa, 25. Mai 2019

Laufenburg

Große Kontinuität im Laufenburger Gemeinderat? / In Murg treten sechs Amtsinhaber zusammen mit der unechten Teilortswahl ab.

LAUFENBURG/MURG. Die Aussicht auf Stabilität ist in Laufenburg größer als in Murg. In der Waldstadt treten von 18 Mitgliedern des Gemeinderats nur Paul Eichmann (Freie Wähler) und Heidi Bagarella (SPD) nicht mehr an. In der Nachbargemeinde ist es ein Sextett, das fürs künftig 18- statt 21-köpfige Plenum abwinkt: Wolfgang Fürst, Fridolin Brotz, Christian Keller (alle FW) sowie Otto Frommherz, Joachim Schiebel und Rolf Herrenknecht (alle CDU). Neu ist die Partei A

lternative für Deutschland am Start mit je drei Bewerbern.

Nach einem ruhigen Wahlkampf mit eher überschaubaren Aktivitäten und wenig Grunddissens in den großen Leitlinien der Kommunalpolitik ist es in den beiden Gemeinden – parallel zu den Europa- und Kreistagswahlen – an insgesamt 12 292 Wahlberechtigten – das sind 176 mehr als 2014 –, zusammen 36 Gemeinderatssitze auf 91 Bewerber (davon 27 Frauen) zu verteilen. Vor fünf Jahren hatten 73 Männer und 29 Frauen den Hut in den Ring geworfen für letztlich 39 Mandate.

Laufenburg

» Die Ausgangslage: 2014 hatte es nur eine Verschiebung gegeben. Bündnis 90/ Die Grünen gewannen einen zweiten Sitz hinzu … auf Kosten der CDU, die vom Septett zum Sextett wurde. FW und SPD hielten den Bestand von sieben und drei Sitzen. Auf mehr als 2000 Stimmen brachten’s Bürgermeisterstellvertreterin Gabriele Schäuble (FW) als entrückte Nummer eins (3974) sowie Rotzels Ortsvorsteher Manfred Ebner (FW, 2298), Frank Dittmar (CDU, 2100), Manuela Pfister (FW, 2082) und Paul Eichmann (FW, 2010). Einen Wechsel gab’s in der Amtsperiode: Bernhard Gerteis (FW, 1745) dankte nach einem Ausraster ab , Michaela López Dominguez (726) nach. Fünf Neue zogen ins Gremium ein. Die 43 Kandidaten (davon zwölf Frauen) fürs neue Kommunalparlament teilen sich so auf: FW 15 (sieben Frauen), CDU elf (drei), SPD sieben (null), Grüne sieben (zwei), AfD drei (null). Ältester Kandidat ist Volker Kemmerling von der AfD mit Jahrgang 1939, Youngster der Grüne Maximilan Smieskol, geboren 1994.

Die Wähler: Für die Gemeinderatswahl sind 6829 Bürger (16 mehr als 2014) stimmberechtigt. 975 (nach knapp 700) haben Briefwähl beantragt.

» Die Auszählung: Erstmals laufen die Fäden bei Martina Bögle zusammen. Die gleich zur Vorsitzenden des Gemeindewahlausschusses gekürte neue Leiterin des Ordnungsamts erklärte auf Anfrage der Badischen Zeitung, dass am Sonntag nach der Schließung der Wahllokale um 18 Uhr die Ergebnisse der Europawahl und der Kreistagswahl ausgezählt werden – und dann, falls es die Zeit erlaubt, noch die der Ortschaftsratswahlen in Rotzel und Luttingen. Die Ermittlung der Resultate der Gemeinderatswahl beginnt erst am Montagmorgen und soll bis gegen Mittag abgeschlossen sein. Die Sitzung des Gemeindewahlausschusses zur Feststellung der Wahlergebnisse findet am Dienstag ab 17 Uhr im Rathaus statt.

MURG

Die Ausgangslage: 45 Jahre nach der Gemeindereform hat sich (auch) Murg dazu durchringen können, die unechte Teilortswahl mit Garantiesitzen für die Ortsteile Niederhof, Oberhof und Hänner im Gemeinderat abzuschaffen. Mithin wird das Gremium von zuletzt 21 auf fortan definitiv 18 Sitze verkleinert. Wie sehr die Murger das Teilortsdenken längst überwunden haben, zeigte sich 2014, als sich mit Roland Baumgartner, Freier Wähler und einstiger Bürgermeister von Herrischried, ein Oberhofer bei seiner ersten Kandidatur in Murg mit 2295 Stimmen an die Spitze des Bewerberfelds setzte (und so die spätere Wahl zum Ortsvorsteher einleitete). Klar distanzierte Zweite: die Niederhofer Ortsvorsteherin Edith Becker (FW, 1689), ebenfalls eine von acht Neuen im Gemeinderat. SPD (von drei auf vier) und Bündnis 90/Die Grünen (von eins auf zwei) gewannen je einen Sitz hinzu – zulasten von FW (von acht auf sieben) und CDU (von neun auf acht). Während der Amtsperiode gab es drei Wechsel: Bei der Union rückten Joachim Schiebel (525 Stimmen) für den gestorbenen Apotheker Manfred Kumpf (1521) und Rolf Herrenknecht für den weggezogenen Thomas Ziesing nach, bei der SPD ist Mario Steinberg auf Angelika Baier gefolgt. 48 Kandidaten (davon 15 Frauen) wollen unter fünf verschiedenen Flaggen in den neuen Gemeinderat: FW 18 (drei Frauen), CDU 13 (sieben), SPD elf (drei), Grüne drei (eine) und erstmals AfD drei (eine). Der Ortsvorsteher von Hänner, Dieter Muck, der bisher zur CDU-Fraktion zählte, tritt nun auf der FW-Liste an. Senior unter den Bewerbern ist Guido Wiesler (CDU) mit Jahrgang 1947, jüngster Kandidat der 2000 geborene Manuel Rothmund (FW).
» Die Wähler: 5463 Murger, 160 mehr als 2014, haben die Lizenz, den neuen Gemeinderat zu wählen. Rund 970 davon wollen per Brief wählen.

Die Auszählung: Gewohnt ehrgeizig zeigt sich Murg, was das Auszählen der Stimmzettel angeht. Manuel Polder, der Wahlorganisator im Rathaus, ließ auf Anfrage wissen, dass mit der Schließung der Wahllokale am Sonntagabend wenn möglich alles in einem Rutsch erledigt werden soll: Europawahl, dann Kreistagswahl, dann Gemeinderatswahl, schließlich Ortschaftsratswahl. Allenfalls bei der Ortschaftsratswahl soll kurzfristig entschieden werden, ob eine Verschiebung auf Montagvormittag angezeigt erscheint. Der Gemeindewahlausschuss trifft sich am Dienstag um 19 Uhr im Rathaus, um die Ergebnisse festzustellen.

Alle Wahlbewerber gibt es unter mehr.bz/kandidaten2019