Trägerwechsel

Ab 1. April wird aus dem Bruder-Klaus-Krankenhaus die "BDH-Klinik Waldkirch"

Sylvia Sredniawa

Von Sylvia Sredniawa

Fr, 15. März 2019 um 15:19 Uhr

Waldkirch

Die Zukunft des Krankenhauses in Waldkirch unter Trägerschaft des Bundesverbandes Rehabilitation war Hauptthema beim 4. Waldkircher Wirtschaftsdialog im Elztalmuseum.

Dazu hatten sich neben Geschäftsleuten auch mehrere Bürgermeister, Gemeinderäte sowie Akteure aus dem Gesundheits- und Pflegebereich am Freitag im Elztalmuseum eingefunden. Oberbürgermeister Roman Götzmann erinnerte zunächst an die Hiobsbotschaft im Januar 2018 und die Befürchtungen, dass das Bruder-Klaus-Krankenhaus nicht nur vom bisherigen Betreiber abgegeben, sondern womöglich geschlossen wird. Ein Aufatmen brachte dann die Zusage des Bundesverbandes Rehabilitation: "Wir als BDH wagen es". Davor habe er großen Respekt, so der OB, denn die wirtschaftlich schwierige Lage des Hauses verschwinde ja dadurch erstmal nicht. Umso mehr stelle sich auch die Frage nach Unterstützungsmöglichkeiten, hier, in diesem Kreise, insbesondere aus der Unternehmerschaft.

Mehr als ein Namenswechsel

Daniel Charlton, Geschäftsführer der BDH-Klinik Elzach und designierter Geschäftsführer der künftigen BDH-Klinik Waldkirch, bestätigte, dass man sich intensiv mit den wirtschaftlichen Zahlen beschäftigen musste. Die Herausforderung der Übernahme werde man primär aber vor allem mit der Belegschaft bewältigen. Dieser sprach Charlton einen großen Dank dafür aus, in der schwierigen Zeit der Hängepartie zum Haus gestanden zu haben. Mit ihr werde man die Zukunft anpacken, unter anderem verbunden mit dem Anspruch, die Belegung zu steigern und die Abläufe effizienter zu gestalten. Wie alle anderen Kliniken des BDH werde das Waldkircher Krankenhaus "den Verband im Namen tragen", also ab 1. April "BDH-Klinik Waldkirch heißen".

"Wir sehen Potenzial"

Charlton ging kurz auf seinen eigenen Werdegang ein und die BDH-Klinik Elzach. Deren Entwicklung – in fünf Jahren wuchs die Zahl der Mitarbeiter von 450 auf 600 – und der große Träger im Hintergrund, mit Erfahrung in fünf (auch Akut-)Kliniken, gebe Mut. "Wir verstehen das Geschäft" und "wir sehen Potenzial und Entwicklungsmöglichkeiten" für das Krankenhaus in Waldkirch. Aber es werde auch dauern, bis man die Klinik aus ihrem tiefen Defizit herausgeführt habe. Chirurgie und Innere Medizin würden weitergeführt, davon habe man auch das zuständige Ministerium überzeugen können. Alle Planbetten, alle Abteilungen und nicht zuletzt die Ambulanz bleiben erhalten. Ein Leistungsausbau sei in Richtung Neurologie angedacht. Gemeinsam mit niedergelassenen Fachärzten im Haus könne man sich auch eine Art "Community-Hospital" vorstellen, um Expertise vor Ort zu bündeln und auszuweiten. "Aber das alles wird Zeit brauchen und auch Unterstützung."

Gesundheits-Check-ups, Sponsoring, Förderkreis

Das war quasi das Stichwort für Martin Krämer, Personalvorstand der Sick AG. Gemeinsam mit anderen Unternehmen, wie Faller, Mack Rides und Ganter Interior, habe man überlegt, wie man das Krankenhaus unterstützen kann. Krämer ging hier vor allem auf die tatsächliche Inanspruchnahme des Krankenhauses ein, die sich nicht nur auf Notfälle beschränken sollte: Man sei daher im Gespräch mit dem BDH, in Waldkirch Möglichkeiten für Gesundheits-Check-ups der Firmenmitarbeiter anzubieten. Dafür gebe es bislang in der Region nur wenige Möglichkeiten, aber diese Leistung habe "einen unheimlichen Wert für die Mitarbeiter"; sie stärke deren Bindung ans Unternehmen – ein nicht zu unterschätzender Wert in Zeiten des Fachkräftemangels. "Wir brauchen diese Klinik an diesem Standort", betonte Krämer. Dazu ergänzend sieht er Unterstützungsmöglichkeiten im finanziellen Bereich: Neben Sponsoring für die Anschaffung von zum Beispiel Medizintechnik nannte der Sick-Personalvorstand einen Förderkreis. Interessierte konnten sich dafür auf bereitliegende Zettel eintragen. Sick könne hier mit Logistik unterstützen, ohne "die Taktzahl vorgeben zu wollen", betonte Krämer. Auch die Stadtverwaltung sei mit im Boot.

Nach den Ansprachen war Zeit für individuellere Gespräche der Teilnehmer. Die Stadt bot dazu ein Büfett. Für perfekte musikalische Umrahmung sorgten Anna Wachenfeld (Saxofon) und Paolo Brenzinger (Klavier).