Strafbefehl beantragt

dvn

Von dvn

Di, 02. Juli 2019

Achern

Tankunglück an Heiligabend.

ACHERN/BADEN-BADEN (dvn). Mit dem Erdgas-Tankunglück an Heiligabend befasst sich nun die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden hat gegen den Fahrer des mit Erdgas betriebenen Autos wegen des "Vorwurfs des fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion" beim Amtsgericht Achern den Erlass eines Strafbefehls beantragt. Dies hat der Strafrichter in Achern mit Beschluss vom 27. Mai jedoch abgelehnt, weil dem Fahrer eine objektive Pflichtverletzung nicht nachzuweisen sei, wie Lars Niesler, Direktor des Amtsgerichts, erklärte.

Gegen diese Entscheidung hat die Staatsanwaltschaft Baden-Baden sofortige Beschwerde beim Landgericht Baden-Baden eingelegt. Die Akten wurden dem Landgericht zur Entscheidung über die sofortige Beschwerde übersandt, wie Niesler berichtet. Michael Klose, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Baden-Baden, sagte, dass seine Behörde "einen hinreichenden Tatverdacht gegen den Beschuldigte sieht und durch eine Entscheidung des Landgerichts eine Klärung herbeiführen will".

Diese Auffassung teilt Peter Ziegler vom Bundesverband für Gasanlagentechnik nicht. Er hatte das Unglückswrack seinerzeit untersucht. Nach seinen Informationen wurde der Audi wenige Tage vor dem Unglück in einer Werkstatt repariert und von einem Gutachter der Versicherung in Augenschein genommen. Ziegler sieht keine Schuld beim Fahrer.

Michael Klose stellt indes klar, dass gegen Gutachter und Werkstattmitarbeiter in dieser Sache keine Anklage erhoben worden sei, weil sich dieses Verfahren ausschließlich gegen den Fahrer richtet, den die Staatsanwaltschaft als verantwortliche Person ansieht. Wie das Landgericht Baden-Baden entscheidet und wann es zu einer Gerichtsverhandlung kommt, ist offen. Die Unterlagen hat die Behörde einer Pressesprecherin zufolge erst am vergangenen Montag erhalten.