Genießermesse

Die Plaza Culinaria soll ein echtes "Specktakel" werden

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Mi, 06. November 2019

Freiburg

Auf der Plaza Culinaria warten auf die Besucher große Verführungen – und einige kleine Fallen.

FREIBURG-BRÜHL. Die Plaza Culinaria gehört seit Jahren zu den beliebtesten Veranstaltungen der Messe Freiburg, die selbstbewusst von "Deutschlands Genießermesse Nummer 1" spricht. In diesem Jahr sind 360 Aussteller in vier vollgepackten Messehallen mit dabei. So viele Verlockungen, so wenig Zeit – werden die meisten Besucherinnen und Besucher sagen. Wir haben ein paar Tipps gesammelt. Und: Neben großen Versuchungen lauern auch ein paar kleinere Fallen.

Das könnte sich lohnen

Tapas von hier: Verena Scheidel und Manuel Wassmer kommen aus Bühl nach Baden-Baden. Sie haben mit ihrer Kochbuch-Trilogie "Schwarzwaldtapas" im chinesischen Spielerparadies Macau den Gourmand World Cookbook Award abgeräumt – und durften sich als Autoren des weltbesten Kochbuchs feiern lassen. Die Autodidakten am Herd hatten sich zudem auch schon einmal den Titel der "Hobbyköche des Jahres" gesichert. Was sie können und was hinter den Schwarzwälder Tapas steckt, das zeigen sie am heutigen Freitag, 17 bis 18 Uhr im Kochstudio in Halle 4. Was überhaupt ein guter Tipp ist: Sich einmal auf die Stühle vor die Bühne im Kochstudio setzen und sich vom ziemlich bunten Angebot von Grünkohl-Chips bis "Specktakel" rund um den Schwarzwälder Speck inspirieren lassen. Und dann gibt es noch die Redakteure, die kochen. Keine Angst: nicht von der BZ, sondern von den Redaktionen der Food-Magazine aus dem Hause Burda.

» Und da sind da auch jede Menge Sterne: Von Anfang an ein Teil der Plaza Culinaria: lockeres Herantasten an die Feinheiten der Sterneküche. Gourmets oder solche, die es noch werden wollen, können in kleinen Portionen und zu zivilen Preise probieren, was die Cracks am Herd so alles auf der Pfanne haben. Fürs große Genussfestival in Halle 1 haben sich die Sterneköche Daniel Fehrenbacher, Thomas Merkle, Oliver Rausch, Steffen Disch und Jochen Helfesrieder zusammengetan. Es gibt auch einen Genusspass – da bekommt der hungrige Besucher fünf Sternegerichte zum Preis von vieren. Ebenfalls in Halle 1 an seinem eigenen Stand wieder mit dabei ist auch das mit einem Stern dekorierte Kochurgestein Fritz Zehner aus Pfaffenweiler.

Und auch eine Sterneköchin kommt zum Genießergipfel: Maria Groß, die Chefin des Restaurants Bachstelze in Erfurt. Die gebürtige Thüringerin führt mit Maria Ostzone ein eigenes Label. Die 40-Jährige hat sich im Fernsehen schon erfolgreich in der von der Kritik hochgelobten Kochsendung "Kitchen Impossible" gegen Tim Mälzer geschlagen – und sie ist aktuell als Jurorin bei "The Taste" im Fernsehen zu sehen. Maria Groß hatte nach dem Abitur zunächst Philosophie und Germanistik studiert, hat das Studium aber im Alter von 25 Jahren für eine Kochlehre geschmissen. Das hat sich gelohnt, wie man am Samstag um 13.30 und um 16 Uhr im Kochstudio, Halle 1, erleben kann.

» Die Messe Freiburg will auch jüngere Zielgruppen ansprechen. Sie hat dafür einen Instagram-Account samt Hashtag, die Craftbeer-Area und natürlich die Foodrockerz. Das sind Start-ups aus dem Genussbereich, die sich auf der Messe präsentieren. Aufgefahren werden in Halle 4 unter anderem scharfer Tomatenlikör, ein Chardonnay-Sekt mit schokoladigem Abgang "Chocolat in a bottle" und Minikuchen in Bollenhutform. Um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Was man vermeiden sollte

Bloß nicht mit vollem Magen zur Messe kommen. Es gibt auf der Plaza Culinaria vieles zu kaufen und zu versuchen – so ist das Konzept der Veranstaltung. Und auch jahrelange Stammgäste können bei jeder Plaza Culinaria wieder Neues entdecken.

Die Messe besitzt nach wie vor eine hohe Anziehungskraft. Das bedeutet: Zu den Stoßzeiten am Freitag- und am Samstagabend sowie am Sonntagnachmittag ist es ein schieben und geschoben werden. Wer es sich einrichten kann und die Plaza Culinaria in Randzeiten besucht, kann entspannter bummeln.

» Die Messe bietet Qualität, aber eben nicht nur. Eine Faustregel lautet: Je höher sich die Salamiberge an einem Stand türmen, desto weniger können da alle Qualitätsansprüche erfüllt sein. Da ist Vorsicht geboten, um nicht einfache Supermarktware mit Plaza-Culinaria-Topzuschlag nach Hause zu bringen. Uffbasse!

An so manchem Käsestand lagern sehr große Käseräder. Das Personal setzt gerne das Messer zum breiten Schnitt an. Da hat der Käsefreund im Handumdrehen einen Brocken Hartkäse für 30 oder noch mehr Euro erstanden. Die Warnung gilt natürlich nicht für alle Käsehändler. Seriös bedient wird man zum Beispiel bei Affineur Antony aus dem Sundgau. Die Fromagerie, die zu den besten Frankreichs gehört, findet sich in Halle 1.