Adelheid Morath zweifelt und hofft

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Fr, 17. Mai 2019

Mountainbike

Vor dem MTB-Weltcup-Auftakt in Albstadt lautet die Frage: Stimmt ihre Form oder spürt sie noch die Nachwirkungen eines Infekts?.

MOUNTAINBIKE. Zwischen Zweifel und Hoffnung schwankt Adelheid Morath vor dem Weltcup-Auftakt auf deutschem Boden in Albstadt. Im Lager der Elitefahrer hofft Georg Egger vom Team Lexware auf ein Top-25-Resultat. Er bestreitet am heutigen Freitagabend erstmals den Short-Track-Wettbewerb. In der Klasse U 23 kokettiert Max Brandl (Lexware) mit einem Topresultat im Cross-Country-Rennen.

Irgendwann nach dem MTB-Etappenrennen Cape Epic im März ist bei Adelheid Morath das System gekippt. Die 34-Jährige war nach der Rückkehr aus Südafrika gleich mit dem Studium beschäftigt und die Doppelbeanspruchung scheint irgendwann zu einer "Überbelastung" geführt zu haben, wie sie es nennt. In Nals fuhr sie Ende April ihr erstes Cross-Country-Rennen, wurde krank und schleppte den Infekt lange mit sich rum. "Albstadt habe ich nach dem Cape Epic als zweites Highlight gesetzt", sagt Morath. Statt einer strukturierten Vorbereitung bekam die St. Märgenerin vor allem Ruhe verordnet. "Die Form ist da, aber nicht die hundertprozentige Gesundheit", erzählt sie. Am Mittwoch war sie in Albstadt auf der Strecke und fühlte sich, abgesehen von einem Kratzen im Hals, ganz gut. Ob sich daraus Fitness ableiten lässt, ist eine andere Frage. Einfach so am Start stehen wolle sie nicht, sagt Morath. Sie zweifelt, aber sie hofft auch: "Es kann da nur um ein solides Rennen gehen, es zu beenden und Punkte einzufahren. Eine Top-Ten-Platzierung ist eigentlich nicht realistisch", sagt ihr Trainer Bernd Ebler. Obschon, das schiebt er nach, er bei ihr auch schon "aus dem Nichts" starke Rennen erlebt habe.

Bei den Männern hat Georg Egger vom Kirchzartener Lexware-Team ganz gute Aussichten. Der 24-jährige bayrische Schwabe aus Aichen-Obergessertshausen ist international inzwischen auf Position 22 nach oben geklettert. Auch wenn das nicht exakt die Qualität eines Fahrers abbildet, so bringt ihm diese Wertung im Startgetümmel des 150 Fahrer starken Feldes auf jeden Fall eine gute Ausgangsposition. Die Körner, die Eggers Teamkollege Luca Schwarzbauer bei seiner Weltcup-Premiere in der Elite von Startposition 71 verbrauchen wird, um sich zu verbessern, die kann sich Egger sparen.

Und er hat dank seiner Weltranglistenposition auch die Ehre, beim Short-Track-Wettbewerb heute Abend (18.15 Uhr) an den Start gehen zu dürfen. Nachdem Egger eine Erkältung überwunden hat, steht dieser Premiere nichts mehr im Weg. Was das Cross-Country-Rennen am Sonntag angeht, wolle er versuchen, sich "um Position 20 bis 25 zu halten" und dann "halt zu reagieren". Luca Schwarzbauer hat nach seiner jüngst starken Vorstellung in Heubach Grund zu vorsichtigem Optimismus, doch er hat auch Respekt vor seinem ersten Aufeinandertreffen mit den Besten der Welt.

Brandl schielt bei der U 23 auf einen Spitzenplatz

Das Breitnauer Team Freiburger Pilsner-Merida schickt Heiko Hog und Niklas Grobert ins Rennen. Die beiden werden die letzten beiden Startpositionen einnehmen und hoffen, nicht auch auf den letzten Plätzen in der Ergebnisliste zu sein. Dass sie eine Überrundung, was das vorzeitige Beenden des Rennens bedeutet, verhindern können, scheint ziemlich unwahrscheinlich.

Während in der Eliteklasse ein Podiumsplatz nicht in Reichweite ist, sieht es in der U-23-Kategorie am Samstag (14.30 Uhr) anders aus. Für eine Topplatzierung des Freiburgers Max Brandl gibt es zwar keine Gewähr, aber sie ist denkbar. Er sei zwar noch nicht in Topverfassung, fühle sich aber durchaus fit, sagt der Deutsche U-23-Meister. Ein Top-15-Resultat peilt sein Lexware-Teamgenosse David List an.

Das Breitnauer Team Freiburger Pilsner-Merida schickt Jakob Niemeyer ins Rennen. Der Offenburger muss sich auf Startposition 126 erst mal behaupten und die spezielle Herausforderung mit Staus und Laufpassagen annehmen, bevor das Rennen richtig losgeht. Innerhalb des Weltcup-Wochenendes werden die Junioren am Samstag (9.15 Uhr) ein Rennen der UCI-Junior-Serie austragen. Thore Hemmerling und Louis Krauss von Lexware sowie Sören Schneider und Ben Grupp von Pilsner-Merida werden in dem weltcup-ähnlichen Wettbewerb mit rund 140 Junioren an den Start gehen.