"Ein Desaster, was gerade passiert"

Gina Kutkat

Von Gina Kutkat

Do, 02. September 2021

Freiburg

Beim Gedenken zum Antikriegstag am 1. September geht es vor allem um die Lage in Afghanistan.

Ein Satz ist bei der Mahnwache zum Antikriegstag am Mittwochabend immer wieder zu hören: "Nie wieder Krieg". Seit Jahrzehnten erinnert der 1. September an den Überfall auf Polen, mit dem die deutsche Wehrmacht den Zweiten Weltkrieg begann. 82 Jahre später ist das Thema Krieg durch die aktuelle Lage in Afghanistan wieder ganz präsent.

"Es ist ein Desaster, was gerade passiert", sagt Uta Pfefferle vom Freiburger Friedensforum bei ihrer Eröffnungsrede auf dem Rathausplatz: "20 Jahre Krieg, und die Bundesregierung ist beteiligt an diesem Verbrechen." Auch Bürgermeisterin Christine Buchheit, die stellvertretend für OB Martin Horn dabei ist, bezieht sich auf die Lage am Hindukusch: "Alle denken an Afghanistan", sagt sie und betont, dass Freiburg 2019 den internationalen Städteappell zum Verbot von Atomwaffen unterzeichnet hat. Freiburg sei eine friedensbewegte Stadt, die für die Abrüstung und gegen Atomwaffen sei, sagt Buchheit – und erntet Applaus.

Knapp 100 Menschen sind zu der Kundgebung mit insgesamt vier Stationen gekommen: Mit Abstand und Polizeibegleitung bewegt sich die Gruppe durch die Innenstadt zum Europaplatz, auf dem die SPD-Bundestagsabgeordnete Julia Söhne die Menge mit "Liebe Friedensmenschen" anspricht. Sie erwähnt große Löcher in den kommunalen Kassen und kommt auf diesem Weg auf das Thema Abrüstung zu sprechen.

Vor dem Uni-Rektorat erinnert Jule Pehnt von Fridays for Future an all die Menschen, die vom Krieg betroffen sind "und gerade in Afghanistan um ihr Leben fürchten." Sie kritisiert, dass viel Geld in die Rüstungsherstellung fließt, das dann für den Klimaschutz fehle: "Ein Paradox." Zusammen mit Abschlussredner Tobias Pflüger erntet sie am meisten Applaus. Der Bundestagsabgeordnete und Kandidat der Linken wird am Mahnmal für NS-Opfer deutlich: "Es war falsch, die Bundeswehr nach Afghanistan zu schicken, und es ist falsch, wie es jetzt dort läuft."