Schallstadt

Aflig kritisiert Antrag der Ultraleichtflieger für Landeplatz bei Mengen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 16. Oktober 2019 um 16:42 Uhr

Schallstadt

Die Antifluglärm-Interessen-Gemeinschaft (Aflig) hat Stellung zum Antrag des Vereins Ultraleichtflieger Breisgau-Elsass bezogen. Der Verein will einen Landeplatz bei Mengen einrichten.

Zum Antrag des Vereins Ultraleichtflieger Breisgau-Elsass auf Einrichtung eines Landeplatzes in der Nähe der Ortschaft Mengen hat sich die Antifluglärm-Interessen-Gemeinschaft (Aflig) zu Wort gemeldet. In einer Mitteilung macht deren Mitglied Heinz Ruf aus Mengen darauf aufmerksam, dass eine Genehmigung nach Paragraph 6 Luftverkehrsgesetz in Verbindung mit Paragraph 49 Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung, dem Verein grundsätzlich Freiheiten bezüglich Flugzeiten, Anzahl der Flüge, Eröffnung von Flugschulen oder auch kommerziellen Flügen, einräume.

Alle genannten Einschränkungen bezüglich Flugpausen, Anzahl von Starts und Landungen oder Flugbetrieb an Sonn- und Feiertagen seien ein freiwilliger Akt der Selbstbeschränkung und nur so gut, wie sich auch das letzte Mitglied an die Vereinbarungen halte. Das scheine in früheren Zeiten nicht geklappt zu haben.

Lärmgutachten sei wenig aussagekräftig

Ruf kritisiert außerdem das vom Verein angegebene Lärmgutachten. Es sei wenig aussagekräftig. Das Gutachten ermittele den sogenannten Dauerschallpegel, das heiße, es werde Lärm über eine gewisse Zeit gemittelt. Spitzenlärmpegel würden mit Zeiten verrechnet, in denen kein Lärmereignis stattfinde. Das sei vergleichbar mit einer kräftigen Ohrfeige, deren Schmerzen über eine Stunde gemittelt würden. Dann komme an der Wange am Ende lediglich ein sanftes Streicheln an. Der zu ertragende Lärm habe mindestens die Qualität eines Rasenmähers, egal ob nun unmittelbar am Ortsrand vorbeigeflogen werde oder in etwas weiterer Entfernung. Schall breite sich flächig aus. Ruf sagt, dass erfahrungsgemäß 70 Prozent aller Flüge am Wochenende und bei schönem Wetter stattfänden. "Der Antrag des Vereins ist, in einer Welt voller Umweltprobleme, aus der Zeit gefallen", heißt es in der Mitteilung.

Sollten die Ultraleichtflieger darauf bestehen, ihren Kindheitstraum zu verwirklichen, dann hätten wenige Spaß, aber viele müssten darunter leiden, kritisiert die Aflig. Heinz Ruf schlägt vor, dass die Ultraleichtflieger aufs Segelfliegen umsatteln. Die Freiheit beim Fliegen wäre ebenfalls grenzenlos, die gewünschte Rundumsicht gewährleistet, und Anwohner hätten ihre Ruhe.

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