Alba Berlin ist dem Titel ganz nahe

dpa, gg

Von dpa & Georg Gulde

Sa, 27. Juni 2020

Basketball

88:65 im ersten Finale gegen Ludwigsburgs Basketballer.

(dpa/gg). Dank einer Gala-Vorstellung steht Alba Berlin vor dem lange ersehnten Gewinn seiner neunten deutschen Meisterschaft. Im Stile eines Topfavoriten gewann der Hauptstadtclub beim Turnier der Basketball-Bundesliga das Final-Hinspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg mit 88:65 (46:29) und besitzt eine exzellente Ausgangslage für den ersten Meistertitel seit 2008. Der Vorsprung für das zweite Duell am Sonntag (15 Uhr/Magentasport und Sport1) beträgt 23 Punkte, die Ergebnisse beider Partien werden addiert.

Pokalsieger Alba dominierte am Freitagabend in München von Beginn an, beste Werfer waren Martin Hermannsson und Rokas Giedraitis mit jeweils 14 Zählern, sieben Berliner punkteten zweistellig. Ludwigsburg konnte als Bezwinger von Titelverteidiger FC Bayern bei seiner ersten Finalteilnahme den Ausfall des verletzten Leistungsträgers Marcos Knight nicht kompensieren. Der US-Profi humpelte in Schlappen auf seinem verletzten Fuß mit traurigem Blick durch den Audi-Dome.

Beide Teams suchten zu Beginn ihren Rhythmus im Angriff. Ludwigsburg vergab mehrere einfache Chancen in Korbnähe, Alba verschoss seine ersten vier Dreipunkteversuche. Erst der Schwede Marcus Eriksson beendete die Misere mit seinem Treffer zum 12:8. Ludwigsburgs Coach John Patrick vertraute seinem erst 16 Jahre alten Sohn Jacob auch im Finale. Der Guard versenkte einen Distanzwurf von deutlich hinter der Dreierlinie und legte zum 16:19 nach. Ludwigsburg konnte sich lediglich auf seine deutschen Youngster verlassen: Der 18-jährige Lukas Herzog traf seinen ersten Dreipunktewurf in der Bundesliga und der gleichaltrige Ariel Hukporti, der einst in der Jugend des USC Freiburg spielte, kam am Ende auf acht Punkte. Zudem war der 2,13-Meter-Hüne mit fünf Rebounds der drittbeste Rebounder seines Teams.

Doch Alba, das auch wie gewohnt stark in der Defensive agierte, zeigte sich unbeeindruckt. Wie schon im Halbfinale gegen Oldenburg kam Alba hochkonzentriert aus der Kabine und demoralisierte den Gegner phasenweise. In allen Playoff-Spielen hatten sich die Ludwigsburger zurückgekämpft – doch dieses Mal nicht.