Am Ziel der Träume

dpa

Von dpa

Mi, 16. September 2020

Radsport

In Lennard Kämna gewinnt die 16. Etappe der Tour de France.

Überglücklich breitete Lennard Kämna vom deutschen Team Bora-Hansgrohe die Arme aus, klopfte sich auf die Brust und schüttelte ungläubig den Kopf. Nach einem tollen Soloritt in den Alpen ist das Riesentalent am Ziel seiner Träume angelangt. Der 24-Jährige holte sich am Dienstag nach einer cleveren Attacke 20 Kilometer vor dem Ziel seinen ersten Etappensieg bei der Tour de France. Kämna triumphierte auf dem 16. Teilstück von La Tour-du-Pin nach Villard-de-Lans nach 164 Kilometern vor Giro-d’Italia-Champion Richard Carapaz (Ecuador/Ineos Grenadiers/ + 1:27 Minuten) und Sebastien Reichenbach (Schweiz/ Groupama-FDJ/+ 1:56). Kämna sorgte für den ersten deutschen Etappensieg seit John Degenkolb vor zwei Jahren in Roubaix.

Eine starke Leistung zeigte auch Simon Geschke. Der 34-Jährige vom Team CCC, der in Freiburg lebt, wurde Fünfter – mit 2:35 Minuten Rückstand auf den aus Fischerhude (Niedersachsen) stammenden Kämna, der als 35. nun bester Deutscher in der Gesamtwertung ist. Im Gesamtklassement rückte Geschke acht Plätze nach vorne und ist jetzt 58. Erster bleibt Primoz Roglic (Slowenien/Team Jumbo) vor Tadej Pogacar (Slowenien/ UAE Emirates/+ 0:40) und Rigoberto Uran Uran (Kolumbien/EF Pro Cycling/ + 1:34).

Diesmal ließ sich Kämna, nicht mehr austricksen, nachdem er am Puy Mary vier Tage zuvor noch vom cleveren Kolumbianer Daniel Martinez übersprintet worden war. Am vorletzten Anstieg setzte Kämna die entscheidende Attacke. Danach spielte er seine Zeitfahrqualitäten aus und fuhr dem Kletterspezialisten aus Ecuador mit Leichtigkeit davon. Womöglich ist in dem Wintersportort nun der Stern von Kämna so richtig aufgegangen. Dem früheren Junioren-Weltmeister trauen die Experten eine Menge zu, womöglich sogar irgendwann den Toursieg.

17. Etappe, Mittwoch: Grenoble – Méribel Col de la Loze (170 Kilometer/"Königsetappe" mit Bergankunft).