Kulturhaus

Andrés Ibarra wird Interimsgeschäftsführer des Burghofs in Lörrach

Willi Adam

Von Willi Adam

Di, 16. Februar 2021 um 13:40 Uhr

Lörrach

Der Burghof in Lörrach hat einen neuen Leiter: Andrés Ibarra folgt auf Markus Muffler. Der neue Mann ist Experte für kurzfristige Einsätze. Er soll vor allem den Übergang moderieren.

Andrés Ibarra wird Interimsgeschäftsführer der Burghof GmbH. Das Engagement im Burghof ist vorerst bis zum Jahresende befristet und erklärtermaßen auf eine Übergangsphase bezogen. Andrés Ibarra hat keine Erfahrung im Kultur- und Veranstaltungsmanagemt, dafür aber als Coach und in der vorübergehenden Leitung von Unternehmen. In der jetzt anstehenden Phase der Neuausrichtung soll Ibarra das Team in den Prozess einbinden und mitnehmen. Bis nach der Neuausrichtung des Burghofs und bis zur Wiederbesetzung der Leitung wird Andrés Ibarra jedoch auch das Programm des Kulturhauses verantworten.

Dabei geht es um den Umgang mit bereits terminierten Veranstaltungen und um die Frage, ob und in welcher Form das "Stimmen"-Festival im Sommer stattfinden wird. Ebenso werde mit dem Team und dabei vor allem mit Kristina Danwerth an der Programmierung der Saison 2021/22 gearbeitet. "Alles, was für den Burghof sinnvoll und nötig ist, werde ich tun", sagte Ibarra bei seiner Vorstellung am Dienstagmittag. Ibarra übernimmt die Interimsgeschäftsführung ab 1. April, bis dahin ist Markus Muffler noch im Dienst.

Neuausrichtung soll nicht beeinflusst werden

Oberbürgermeister Jörg Lutz betonte, für die Übergangszeit sei es wichtig gewesen, eine Geschäftsführung zu finden, die einerseits schnell mit dem Team zusammenfindet, die notwendigen Entscheidungen treffen und den anstehenden Prozess mit den Beratungsfirmen begleiten kann, aber dabei keine eigene künstlerische Handschrift entfalten möchte. Er habe nicht gewollt, dass ein Interimsgeschäftsführer die Neuausrichtung beeinflusst und die Zeit der konzeptionellen Arbeit nutzt, um sich für die künftige Leitung in Position zu bringen.

Mit Andrés Ibarra kommt nun ein Geschäftsführer, für den die vorübergehende Leitung von Unternehmen Teil seiner freiberuflichen Tätigkeit ist. Ibarra ist Chilene und hat in Deutschland studiert. Er lebt seit 20 Jahren in Freiburg und ist seit zwölf Jahren Dozent für Coaching und Organisation an der Dualen Hochschule in Lörrach.

Personal soll den Wandel wahrnehmen

Außerdem verfügt Ibarra über Erfahrung in der Begleitung von Führungspersonal aus Stadtverwaltungen. In dieser Funktion ist er auch für die Stadt Lörrach tätig, so dass er mit den örtlichen Strukturen bereits vertraut ist. Beim Burghof soll Ibarra vor allem "das verunsicherte Personal" (OB Lutz) für den bevorstehenden Wandel mitnehmen und ein Bindeglied zwischen Team, Kommunalpolitik und Beratungsfirmen sein.

Die Interimsgeschäftsführung ist erforderlich, weil sich die Stadt und der bisherige Geschäftsführer Markus Muffler auf eine Vertragsauflösung geeinigt haben. Das Verhältnis zwischen Oberbürgermeister Jörg Lutz und dem bisherigen Geschäftsführer ist zerrüttet, seit Muffler im vergangenen Sommer die Stadt mit rechtlichen Gutachten konfrontiert hatte, wonach aus dem Zuschussvertrag ein Anrecht der Burghof GmbH und auch des Geschäftsführers auf eine ausreichende Bezuschussung bestehe.

Es ging um Zuschüsse

Der Zuschuss von 1,48 Millionen Euro reiche hingegen nicht aus, um den Basisbetrieb des Hauses zu decken und dem Personal (etwa 40 Mitarbeiter bei umgerechnet etwa 20 Stellen) eine angemessene Dynamisierung der Gehälter zu gewährleisten, hatte Muffler argumentiert. Er hatte deshalb etwa 200.000 Euro pro Jahr zusätzlich gefordert, vonseiten des Oberbürgermeisters wurden vor dem Zerwürfnis einmal 140.000 Euro genannt. Status Quo ist, dass die Burghof GmbH in diesem und auch im kommenden Jahr den bisherigen Zuschuss erhält, um Planungssicherheit auch für die Saison 21/22 zu haben.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und dem ohnehin brach liegenden Kulturbetrieb kamen zwischenzeitlich der Oberbürgermeister und der Gemeinderat überein, die Situation für eine generelle Überprüfung und gegebenenfalls für eine Neuausrichtung des Burghof-Konzepts zu nutzen. Eine solche Grundsatzdiskussion war eigentlich schon auf der Gemeinderatseben im Frühjahr angesetzt gewesen. Ergebnisse hatte das nicht gezeigt. Nun soll mit Hilfe von externen Beratern zunächst ein neues Konzept festgelegt werden. Auf dieser Grundlage erfolgt dann die Ausschreibung der neuen Leitung.