Trauer nach tödlichem Unfall

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Mo, 18. Februar 2019

Freiburg

Freunde nehmen am Hauptbahnhof von dem am Samstagmorgen verunglückten 16-Jährigen Abschied.

FREIBURG-INNENSTADT (vö). Dutzende Lichter, Blumen und Fotos liegen und stehen am südlichen Ende des Bahnsteigs zwischen Gleis 2 und 3 am Hauptbahnhof. Freunde und Angehörige haben dort am Samstag und Sonntag Abschied von einem verunglückten Jugendlichen genommen. Der 16-Jährige war in der Nacht auf Samstag ums Leben gekommen. Laut Polizei wollte er nach derzeitigem Stand der Ermittlungen vor 1.30 Uhr mit sechs weiteren Jugendlichen nach dem Besuch einer Bar im Stadtteil Stühlinger nahe der Wiwili-Brücke über die Gleise laufen, um in die Innenstadt zu gelangen. Der 16-Jährige lief laut Polizeisprecherin Laura Riske dabei einige Meter hinter der Gruppe. Dabei bemerkte er den von Norden aus kommenden, ohne Halt am Hauptbahnhof durchfahrenden Zug nicht. Trotz Notbremsung und Warnsignal konnte der Lokführer eine Kollision nicht mehr verhindern. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des aus Freiburg kommenden Jungen feststellen. Laut Riske wurden dessen Freunde noch vor Ort von Einsatzkräften betreut. "Die stehen natürlich unter Schock", sagte die Polizeisprecherin. Auch der Lokführer wurde betreut und für die Weiterfahrt von einem Kollegen abgelöst.

Am Samstag versammelten sich Angehörige und Bekannte des verstorbenen Jungen am Hauptbahnhof, um Abschied zu nehmen. Nach Angaben der Bundespolizei hielten sich zeitweise bis zu 100 Menschen auf dem Bahnsteig auf, um zu trauern. Da einige von ihnen auch darüber hinaus, direkt an den Unfallort zwischen Gleis 2 und 3, liefen und dort Kerzen und Blumen aufstellten, musste die Polizei eingreifen und verlagerte den Trauerort daraufhin auf den Bahnsteig direkt am Aufzug zur Stadtbahnbrücke.

Der Zugverkehr war nach Angaben einer Bahnsprecherin wegen des Vorgangs zwischen 13.30 und 15.45 Uhr beeinträchtigt. Die Züge fuhren aus Sicherheitsgründen langsamer, es kam auch zu Verspätungen.

Im Laufe des Wochenendes kamen immer wieder Menschen an den eingerichteten Gedenkort. Mehrere Bundespolizisten waren ebenfalls vor Ort, um zu verhindern, dass Trauernde erneut den Bahnsteig in Richtung Gleise verlassen. "Wir lassen sie in Ruhe trauern, so lange keine Gefährdung entsteht", sagte Katharina Keßler, Pressesprecherin der zuständigen Bundespolizeidirektion Weil am Rhein, am Sonntag der BZ. Diese Sicherheitsmaßnahmen würden auch in den kommenden Tagen fortgeführt. Bundespolizisten würden immer wieder vor Ort sein und auch auf das Kriseninterventionsteams hinweisen.

Ob und wie lange die Trauerstelle aufrechterhalten werden könne, liege an der Deutschen Bahn.