Beleidigung von Hopp

Anweisungen an die Ordner wären wichtig

Thomas Grieshaber

Von Thomas Grieshaber (Freiburg)

Mo, 23. März 2020

Leserbriefe

Zu: "Der nächste Tiefpunkt", Beitrag von Frank Hellmann und Agentur (Sport, 2. März)
Es ist traurig, was in Dortmund, Gladbach und in der Allianz-Arena zu München passiert ist. Das Unverständnis der Vereine, der Verantwortlichen, der Spieler wie der allermeisten Zuschauer in den deutschen Fußballstadien ist mehr als verständlich. Was aber hier zu einem ungeheuren persönlichen Angriff auf die Person Dietmar Hopp, der für seinen Heimatort, für unser Land Baden-Württemberg und nicht nur für die Fußballbundesliga, sondern auch in anderen Sportbereichen und im Gesundheitsbereich Immenses geleistet hat, ist zum derzeitigen Zeitpunkt eine unrühmliche Höchstleistung einiger Chaoten. Aber was kann man tun?

Das fragte ich mich schon am 12. April 2000, als Bayern München zu Gast im damaligen Dreisamstadion war. Es sollte neben dem Spiel gegen den FC Bayern eine Hommage an die Fans des SC Freiburg werden. Die UEFA zeichnete es als das fairste Publikum in Europa aus. Nicht einmal zwei Minuten nach der Preisverleihung flogen hunderte Bananen aus der Nordtribüne unter Affenlauten in Richtung Oliver Kahn. Fairstes Publikum?

Warum fiel bei den Einlasskontrollen damals nicht auf, dass viele SC-Fans Bananen in Unmengen dabei hatten? Warum werden regelmäßig Feuerwerkskörper bei Kontrollen übersehen und den Kontrollierten nur Plastikflaschen abgenommen? Warum ging nach den Vorfällen in Dortmund und Mönchengladbach mit den widerlichen überdimensionalen Bannern, die an jeder Kontrolle vorbei mussten, nicht die Anweisung an die Ordner, sich solche Dinge näher anzuschauen und bei Erkennen der Absicht sofort aus dem Verkehr zu ziehen? Keiner will Kollektivstrafen in Fußballstadien, aber einiges lässt sich definitiv schon weit vorher vermeiden. Thomas Grieshaber, Freiburg