Firmensitz

Arzneimittelhersteller Falk-Pharma will aufs Güterbahnhofareal

Jelka Luisa Beule

Von Jelka Luisa Beule

Do, 05. Dezember 2019 um 12:40 Uhr

Freiburg

Das Pharmaunternehmen Dr. Falk Pharma will seinen Firmensitz aufs Güterbahnhofareal verlagern – am jetzigen Standort im Gewerbegebiet Hochdorf platzt der Betrieb aus allen Nähten.

Im Blick hat Falk-Pharma ein Grundstück gegenüber der historischen Lokhalle. Da die Ansiedlung eines einzelnen Betriebs dort bisher nicht vorgesehen ist, muss der Bebauungsplan geändert werden. Im Zuge dessen hat der gemeinderätliche Bauausschuss auch eine dichtere Bebauung in anderen Bereichen des Neubaugeländes beschlossen.

Auch wenn vielen Freiburgern der Name Dr. Falk Pharma vielleicht gar nichts sagt: Das Unternehmen gehört zu den "Hidden Champions" der deutschen Arzneimittelbranche. Der Umsatz des Gesamtkonzerns – die Firma hat Tochterunternehmen in ganz Europa – lag im vergangenen Jahr bei 424 Millionen Euro, am Freiburger Stammsitz wurden 363 Millionen Euro erwirtschaftet.

Benannt ist das seit 1960 existierende Unternehmen nach Firmengründer Herbert Falk. Es befindet sich nach wie vor in Familienbesitz. Der Schwerpunkt liegt auf Präparaten, die Ärzte bei Leber- und Magen-Darm-Erkrankungen verschreiben. Produziert werden diese nicht in Freiburg, sondern an zehn Standorten in Europa. Deutschland ist der Kernmarkt: Rund ein Drittel der Arzneimittel von Falk-Pharma werden hier verkauft.

Läuft alles glatt, soll der Umzug 2024 erfolgen

Aktuell beschäftige der Betrieb in Freiburg rund 200 Mitarbeiter, berichtet Geschäftsführer Philipp Argast – aber das Unternehmen wachse stetig. Erst vor zwei Jahren habe man den aktuellen Firmensitz im Gewerbegebiet Hochdorf, wo das Unternehmen seit 1989 ansässig ist, um zwei Etagen aufgestockt. "Die sind jetzt schon wieder voll", sagt Argast. Und weiteres Entwicklungspotenzial gebe es auf dem jetzigen Grundstück nicht.

Sehr froh sei man da über die Möglichkeit, auf dem Güterbahnhofsgelände gewesen. 50 Millionen Euro will das Unternehmen dort in seine neue Firmenadresse investieren. Wenn alles glattgehe, könne der Umzug Anfang 2024 über die Bühne gehen, hofft Argast. Doch bis dahin gibt es noch einiges zu klären. Noch gehört das Grundstück dem Unternehmen nicht. Weil die Nutzung nicht mit dem bestehenden Rahmenplan und einem städtebaulichen Vertrag vereinbar ist, stehen Verhandlungen mit der ehemaligen Bahntochter Aurelis als Grundstückseigentümerin an. Zudem muss die Stadt den Bebauungsplan anpassen, genauso wie den übergeordneten Flächennutzungsplan. Zudem ist ein Architektenwettbewerb vorgesehen. Der soll klären, wie die neue Firmenzentrale aussehen wird.

Der Bauausschuss hat die Pläne einstimmig abgesegnet. Gleichzeitig hat das Gremium weitere Änderungen fürs Güterbahnhofareal beschlossen. Teile des Geländes sollen als "Urbanes Gebiet" ausgewiesen werden – ein Novum in Freiburg, das eine dichtere Bebauung erlaubt. Vorgesehen ist, bislang fünfgeschossig geplante Gebäude im Bereich der Neulindenstraße sechs- bis siebengeschossig zu bauen, ferner soll es an der Eugen-Martin-Straße einen Hochpunkt mit 13 Etagen geben. So können 200 zusätzliche Wohnungen entstehen.