Audi baut 9500 Stellen ab

Thomas Magenheim-Hörmann

Von Thomas Magenheim-Hörmann

Mi, 27. November 2019

Wirtschaft

Autohersteller will ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen / Auch andere wie BMW sparen.

INGOLSTADT/NECKARSULM. Das Kriseln der Autobranche trifft auch die Belegschaften deutscher Premiumhersteller. So verständigten sich Management, Betriebsrat und IG Metall bei der VW-Tochter Audi auf milliardenschwere Einschnitte. 9500 Stellen fallen bis 2025 weg – möglichst sozialverträglich. Auch Daimler und BMW sparen.

Bei ihrem Kostensenkungsprogramm will Audi ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. Eine Vereinbarung, die solche ausschließt, wird um vier Jahre bis 2029 verlängert. Zugleich werden 2000 neue Jobs in Bereichen wie Elektromobilität und Digitalisierung geschaffen, die vorzugsweise intern per Umschulung besetzt werden sollen. Unterm Strich bleibt ein Abbau von 7500 der 61 000 Tarifarbeitsplätze an den deutschen Standorten Ingolstadt und Neckarsulm. Im Management werde zudem prozentual gleichwertig abgebaut. Rechnerisch streicht Audi damit zusätzlich gut 300 Managerjobs.

"Wir packen nun auch die strukturellen Themen an, um Audi auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten", sagte der scheidende Konzernchef Bram Schot. Mit dem Sparkurs will der Premiumhersteller bis 2029 sechs Milliarden Euro sparen. So soll Audi eine Rendite von neun bis elf Prozent nachhaltig erreichen. "Wir haben einen wichtigen Meilenstein erreicht", sagt Gesamtbetriebsratschef Peter Mosch. Die Stellen der Stammbelegschaft seien sicher. Die Verlängerung der Beschäftigungsgarantie in schwierigen Zeiten sei ein großer Erfolg.

Auch die beiden anderen deutschen Premiumhersteller Mercedes und BMW verhandeln mit ihrem Personal über Einschnitte. Mercedes will binnen drei Jahren eine Milliarde Euro Personalkosten sparen. Es sollen allein 1100 Managementjobs gestrichen sowie für die Gesamtbelegschaft Tariflohnerhöhungen bis 2020 ausgesetzt werden. Bei BMW, die an diesem Mittwoch Sparbeschlüsse verkünden wollen, könnte es für das Personal im Vergleich mit Audi und Mercedes noch am glimpflichsten ausgehen. Dort ist bislang kein Stellenabbau geplant.

Welcher Druck auf den Belegschaften ruht, zeigen die Pläne für die Audi-Werke in Ingolstadt und Neckarsulm. Im bayerischen Stammwerk soll die Produktion von bis zu 550 000 Fahrzeugen auf 450 000 jährlich sinken, in Neckarsulm von 300 000 auf 225 000. Was Zusagen für neue Elektroautomodelle betrifft, hat Audi-intern Ingolstadt gegenüber Neckarsulm die Nase vorn. Nun sollen bis 2025 in die Fabrik in Baden-Württemberg 300 Millionen Euro fließen, damit dort viele E-Autos gefertigt werden können.