Auf den Spuren heimischer Künstler

Elisabeth Baumeister

Von Elisabeth Baumeister

Fr, 18. Oktober 2019

Ühlingen-Birkendorf

Erinnerungen an Heinrich-Ernst Kromer, Erich Rastätter und Karl Albicker werden geweckt.

ÜHLINGEN-BIRKENDORF. Eine Wanderung auf den Spuren der drei Künstler Erich Rastätter und Karl Albicker aus Ühlingen sowie Heinrich-Ernst Kromer aus Riedern unternahmen knapp zwei Dutzend Interessierte mit Ortsvorsteher Klaus Müller.

Die Erinnerung an den Dichter Heinrich-Ernst Kromer wird durch die Heinrich-Ernst-Kromer-Gesellschaft mit Lesungen und der Dauerausstellung im Kloster in Riedern am Wald wach gehalten. Durch viele Nachforschungen hat vor allem Irmgard Blatter-Kramhöller den Künstler in der Region wieder bekannt gemacht.

In diesem Sommer verbuchte der Theaterverein "Zeitschleuse" mit seinem Freilichtspiel "Zwischen den Welten", das auf Kromers Roman "Die Amerika-Reise" basiert, einen großen Erfolg. Die Führungen im Kloster in Riedern gehen immer auch durch die Heinrich-Ernst-Kromer-Ausstellung und ebenfalls auch durch die Ausstellung des Ühlinger Malers und Bildhauers Erich Rastätter.

Werke von Erich Rastätter, der 1982 verstarb, finden sich in Form von Figuren der vier Evangelisten und der Heiligen Cäcilia in der Pfarrkirche St. Ursula. Auch die Reliefs mit den drei Totenschädeln an der Jakobus-Kapelle, das Bildnis einer jungen Ühlingerin als Klarinettistin und die Figuren am Fußballbrunnen stammen von Erich Rastätter. Von ihm stammen die Fastnachtsmasken Stiegele-Chatzen Ühlingen und die Doppelmasken der Narrenzunft Hüri. Die Wanderung führte zu seinem Wohnhaus mit der Werkstatt im Gewann Holz in Ühlingen.

Station auf der Tour war schließlich auch das Geburtshaus von Karl Albicker, in dem heute die Marien-Apotheke untergebracht ist. Informationen zu dessen Lebensweg gab Günter Hoffmann im Pfarrsaal in Riedern, wo er auch einige Werke vorstellen konnte. Schon während der Schulzeit habe Karl Albicker sein künstlerisches Talent an kleinformatigen Gipsreliefs erprobt, darunter Porträts von Bismarck und Friedrich I. Großherzog von Baden. Karl Albicker hat sich dem Wunsch seines Vaters widersetzt, der ihn lieber als seinen Nachfolger in der Apotheke gesehen hätte und hatte die Bildhauerei studiert. Später folgte die Bildhauerprofessur an der Akademie in Dresden. Karl Albicker starb 1961 in Ettlingen. Abgüsse der wichtigsten Bronzebildwerke des Künstlers befinden sich heute in zahlreichen öffentlichen Sammlungen. Den Nachlass des Künstlers verwahrt die Karl-Albicker-Stiftung im Ettlinger Schloss.

Mit der Führung von Irmgard Blatter-Kramhöller durch die Ausstellung mit den Bildern von Kromer und Erich Rastätter wurde die Kulturtour abgerundet. "Diese Künstler sind Leute, die viel für unsere Dörfer gemacht haben", so Klaus Müllers Fazit.