"Ein Ereignis von höchstem Range"

Volker Münch

Von Volker Münch

Fr, 08. März 2019

Auggen

Die Auggener Schlawinergilde ist los im Dorf und proklamiert die Buurefasnet, die bis Sonntag herrscht / Etliche Ehrungen.

AUGGEN. Die Proklamation ist "ein Ereignis von höchstem Range" sagte Oberschlawiner Axel Baßler bei der Proklamation der Auggener Buurefasnet am Abend des Aschermittwochs. Tatsächlich sind die Schlawiner im Dorf los und garantieren besonders mit ihren beiden Schlawinerabenden närrischen Schabernack in Reinkultur. Erst am Sonntag geht dann die Buurefasnet zu Ende.

Das Verhältnis zum Bürgermeister ist schon seit geraumer Zeit belastet. Grund genug für die Schlawinergilde, nicht das Rathaus zu stürmen, sondern direkt davor die neuesten Nachrichten beim sogenannten Ausschellen mit Blick auf die "kommunale Schaltzentrale" zu verkünden. Und so mancher Bürger und manche Bürgerin des Dorfes kam angesichts der entdeckten kleinen Verfehlungen an den närrischen Pranger.

Dann zogen die Schlawiner weiter durchs Dorf, stärkten sich unterwegs und sprachen selbstverständlich so manchem "Auggener Viertele", also Wein aus dem großen Schoppenglas, zu. Über einen weiteren Stopp in Hach zogen die Schlawiner dann in die Sonnbergstube beim Sportplatz ein – zu Kartoffelsuppe und Zwiebelewaie und proklamierten dort die Auggener Fasnacht.

Oberschlawiner Baßler fand dabei nicht nur mahnende Worten in Sachen Etikette an den folgenden Veranstaltungen, sondern wagte auch einen Ausblick auf "ein wunderschönes Programm an den beiden Schlawinerabenden." "In Gott’s Name Proscht!" – mit dem Gildenspruch und dem Anstimmen des Schlawinerliedes schloss er dann die eigentliche Proklamation ab.

Zudem gab’s noch einige, teils hochkarätige Ehrungen und eine Neuaufnahme in den Schlawinerrat. Mit Theresa Kiefer füllt eine weitere Nachwuchsschlawinerin die Reihen des Schlawinerrates auf. Mit dem Beinamen "Weißburgunder" – alle Schlawinerräte haben den Namen einer Rebsorte als Spitznamen – wurde sie ins typische Häs samt Hut eingekleidet. Weil sie die Schlawinergarde seit vielen Jahren auf ein Leistungsniveau gebracht hat, wie es nur selten zu sehen sei, wurde Marion Kiefer, eine Größe im Gardetanzsport, mit einem Präsent bedacht. "Es war für uns ein großes Glück, dich vor Jahren für uns gewinnen zu können", betonte Axel Baßler. Doch Marion Kiefer hat sich nun zurückgezogen. So wurde sie offiziell in die Gruppe "Spätlese" übernommen.

Mit Günther Kiefer und Urs Rothe wurden zwei, die sich besonders im Hintergrund bei vielen Arbeiten und bei der Unterstützung der Gilde ausgezeichnet haben, ebenfalls mit Geschenken bedacht und in die Gruppe "Spätlese" mit dem neuen Zusatz "Barrique" aufgenommen und entsprechend eingekleidet. Mit dem silbernen Schlawiner für besondere Verdienste wurde Schlawinerrat Dominik Kittler geehrt. Kittler war von 2006 bis 2013 Zeremonienmeister und ist seit 2014 Schlawinerrat. Er gilt als große Stütze im Bereich der technischen Organisation. Mit der diamantenen Ehrennadel wurde Schlawinerrätin und Zweite Vorsitzende Beate "Gutedel" Golay ausgezeichnet. Sie sei durch ihre Mutter Gerda Reinecker närrisch vorbelastet und habe nunmehr mit 33 Bühnenauftritten bei den Schlawinerabenden mitgewirkt. Schon als Kind sei sie als Mitglied in die Schlawinergilde aufgenommen worden, hieß es weiter. Präsente und ein Sturm an Applaus begleiteten die Ehrungszeremonie, bevor dann die traditionelle Kartoffelsuppe samt Zwiebelewaie gereicht wurde.