Ukraine

In der abgespaltenen "Volksrepublik Donezk" geht der Krieg weiter

Moritz Gathmann

Von Moritz Gathmann

Fr, 08. Juli 2016

Ausland

Fabriken sind ungenutzt / Trotz düsterer Zukunft sind manche in Partylaune.

Donezk ist die Stadt der leeren Hüllen. Leer stehen die gläsernen Einkaufszentren, "Bogner" und "Armani" an der Hauptstraße, leer stehen die 20-stöckigen Bürohochhäuser, ein VW-Autohaus, Luxushotels wie das "Donbass Palace". Und wie ein vergessenes Raumschiff steht mitten in der Stadt das Stadion des ukrainischen Rekordmeisters "Schachtjor". Es ist verwaist, bis auf die Rentner, die sich hier ihre humanitäre Hilfe abholen: jeden Monat eine große Tüte mit Nudeln, Mehl, Zucker und Tee.

Manche Hüllen füllen sich gerade wieder mit Leben: Im McDonald’s neben dem Busbahnhof der Stadt wird geschrubbt und geputzt, zur Probe werden die ersten Burger und Pommes frites zubereitet. Es sieht aus wie McDonald’s, es riecht wie McDonald’s, aber oben prangt der Schriftzug "DonMak". Denn natürlich wird kein Konzern der Welt in einer international nicht anerkannten Republik ein Restaurant betreiben. Von Geschäftsleuten heißt es, die Betreiber seien Armenier aus der russischen Stadt Rostow am Don. Von dort – so versprechen sie es zumindest auf Nachfragen im Internet – werden die Originalzutaten nach Donezk gebracht. Damit DonMak auch schmeckt wie McDonald’s.

Etwas Normalität ist

inzwischen eingekehrt

Seit gut zwei Jahren gehört die ehemalige Millionenstadt, quirliges Zentrum der Industrieregion Donbass, zur sogenannten "Donezker Volksrepublik". Die Abspaltung der Region von der Ukraine führte zu einem Krieg, der mittlerweile laut UNO über 9000 Menschen das Leben ...

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