Bergbau

In Peru beschert Nähe von Rohstoffen und Quellen Konflikte

Sandra Weiss

Von Sandra Weiss

Mo, 18. November 2013

Ausland

In Peru liegen Rohstoffvorkommen und Wasserquellen oft dicht beieinander – dieses Zusammentreffen schürt die wachsenden Konflikte um den Bergbau.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem Eugenio Caluha seine Entscheidung nicht bereut. Was hatten sie ihm damals versprochen, die wortgewandten jungen Männer mit den Geländewagen. Einen Job für ihn und seine ältesten Söhne, genügend Geld, um die jüngsten zum Studieren in die Stadt zu schicken. Caluha verkaufte 40 Hektar seines Landes für umgerechnet 13 000 Euro an die US-Bergbaufirma Newmont, ließ sich ein unbefristetes Wegerecht für weitere 3000 Euro abschwatzen, denn lesen konnte der Bergbauer aus Cajamarca in Peru kaum, und unter Bauern galt ein mündliches Versprechen ohnehin mehr als ein Papier. 17 Jahre ist das her, und die Enttäuschung ließ nicht lange auf sich warten.

Seit Yanacocha, die größte Goldmine Südamerikas, auf Caluhas Schafweiden ihren Betrieb aufnahm, ging es für den Bauern bergab. Das Geld reichte nicht, um weiter unten im Tiefland Felder zu kaufen. Jobs bekam seine Familie nur gelegentlich, als Hilfsarbeiter. So verblieb er mit Frau und acht Kindern auf den zwei Hektar, die er noch besitzt. Seine türkis gestrichene Lehmhütte mit Wellblechdach liegt nun inmitten des Schürfgebiets der Mine.

Ein kleiner, bunter Tupfer, umgeben von riesigen Kratern, in denen auf einer Fläche so groß wie 5000 Fußballfelder der Erde unter ohrenbetäubendem Gekreisch ihr Schatz entrissen wird. 600 000 Tonnen Gestein werden alle 24 Stunden zermahlen, aus jeder Tonne wird mit Zyanid ein Gramm Gold gewonnen. Vier Gipfel verschwanden bereits und wurden als Geröllpyramiden an anderer Stelle wieder aufgetürmt. Mit ihnen verschwanden Quellgebiete und ein einzigartiges Ökosystem, das aus Sumpf und Moos besteht und in der semiariden ...

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