Negev

Israel schiebt afrikanische Flüchtlinge in die Wüste ab

Inge Günther

Von Inge Günther

Fr, 17. Januar 2014 um 09:03 Uhr

Ausland

Mitten in der israelischen Wüste erstrecken sich lange Reihen flacher Baracken: Holot gilt als Endstation der Afrikaner vor ihrer Abschiebung. Wer hier landet, kommt kaum mehr weg.

Sand und Geröll, so weit das Auge reicht. Man braucht Spürsinn, um das Internierungslager für afrikanische Flüchtlinge tief im israelischen Negev überhaupt zu finden. Mitten in der Wüste erstrecken sich lange Reihen flacher Baracken. Einige sind gelb und rot abgesetzt, was an dem uniformen Bild wenig ändert. Der triste Eindruck überwiegt, auch wenn die neuen Wellblechdächer silbern blitzen.

Der zweifach eingezäunte und mit Stacheldrahtrollen gesicherte Komplex namens Holot ist erst seit Dezember in Betrieb. Aber seither ist Holot schon in Verruf geraten. Zumindest unter den 53 000 Afrikanern, die in Tel Aviv und anderen israelischen Städten untergekommen sind, und deren Unterstützern. Denn Holot ist konzipiert als Endstation vor der Abschiebung. Wer hier landet, kommt kaum mehr weg, es sei denn zurück, irgendwohin nach Afrika, womöglich gar in die Militärdiktatur Eritrea oder in den bürgerkriegsgeplagten Sudan.

Eine Gruppe israelischer Ärzte für Menschenrechte hat sich an diesem Morgen von Jerusalem und Tel Aviv auf den langen Weg gemacht, um mit eigenen Augen zu sehen, was mit Holot los ist. In Windeseile ...

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