Kriminalität

Menschenhandel: eine Frage der Definition

Norbert Mappes-Niediek

Von Norbert Mappes-Niediek

Mi, 16. Oktober 2013

Ausland

Wo Zwangslagen durch Armut aufhören und wo das Verbrechen beginnt, lässt sich oft nicht sauber trennen.

Ein Aufschrei ging über den Kontinent, als ein Expertenkomitee des Völkerbunds 1927 seinen Bericht über Zwangsprostitution vorlegte. Die erschütternden Ergebnisse standen noch Pate bei der Menschenhandelskonvention der Vereinten Nationen von 1949. Für die Details interessierten sich damals nur wenige. Eine junge Doktorandin hatte bei Feldstudien in Marseille und Athen, zwei Hochburgen der Szene, keinen einzigen Fall von Menschenhandel nachweisen können. Der bekannte Journalist Albert Londres recherchierte in Rio und Buenos Aires nach, damals klassische Herkunftsorte für verschleppte Frauen. Das Ergebnis: "Die Zuhälter dort müssen die Frauen gar nicht kaufen", schrieb Londres. "Sie kriegen ...

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