Zwei Jahre nach Fukushima

"Schlimmer als im Horrorfilm"

Angela Köhler 

Von Angela Köhler, & 160;

Sa, 09. März 2013

Ausland

Zwei Jahre nach der Atom-Katastrophe von Fukushima sind die Menschen noch immer traumatisiert – sie werden als "verstrahlt" stigmatisiert und allein gelassen.

Es ist ein Film, der immer wieder abläuft. Erst bebte die Erde so heftig wie noch nie, dann rollte ein Tsunami über ihre Heimatstadt Ishinomaki. Die zehn Meter hohe Welle raste am 11. März 2011 über die nordjapanische Küste, wälzte Landschaften nieder, riss Häuser, Schiffe und Autos mit, als wären sie Spielzeuge. Der Katastrophen-Freitag war der letzte Schultag vor den Ferien, die Jungs waren noch geblieben, um Computer und Fußball zu spielen. Dann brach ihre Welt zusammen. Mit den Lehrern rannten sie um ihr Leben in die Berge. Am nächsten Tag wagten sie sich hungrig und frierend nach unten. Sie fanden nur noch Verwüstung. Ihre Schule war zerstört. Als die verängstigten Jungs nach Eltern, Geschwistern und Freunden fragten, kamen die Horrornachrichten von Explosionen im Atomkraftwerk Fukushima.

"Wir haben drei brutale Katastrophen auf einmal erlebt", sagt Hideyuki Oikawa. Der 15-Jährige sitzt in der Hofpause mit seinen Freunden am Rand eines provisorischen Sportplatzes.  "Es ist schwer zu glauben, dass das wirklich geschehen ist, schlimmer als jeder Horrorfilm, den wir je im Kino gesehen haben." Und einfach nicht aus dem Kopf zu bekommen. Die Jungen besuchen die neunte Klasse der Watanoha-Schule von Ishinomaki, die 13 Todesopfer zu beklagen hat. Aus Hideyukis Klasse starben zwei Mitschüler. Von den 170 000 Einwohnern der schwer zerstörten Stadt an der nordöstlichen Pazifikküste Japans kamen 3943 ums Leben, darunter 182 Schüler. 14 Schulen wurden zerstört. Deren Schüler werden auch zwei Jahre nach der ...

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