Neuvorstellung

Klein geblieben, groß geworden: Die fünfte Generation des Renault Clio ist da

Elfriede Munsch (SP-X)

Von Elfriede Munsch (SP-X)

Sa, 21. September 2019

Auto & Mobilität

Der Renault Clio ist der Bestseller im Renault-Programm und das seit fast 30 Jahren. Die Neuauflage will ihre Spitzenposition behaupten. Dafür haben sich die Entwickler ganz schön ins Zeug gelegt. Allerdings gibt es auch Verluste zu melden.

Denn anders als die Vorgänger-Modelle gibt es den Kleinwagen ausschließlich als Fünftürer, die Kombiversion wird nicht mehr angeboten. Für den Antrieb stehen vier Benziner zur Wahl, das Leistungsspektrum liegt zwischen 65 und 130 PS. Diesel können nicht me
hr geordert werden.

Die Neuauflage sieht gut aus, ist richtig erwachsen geworden. Optisch stand eindeutig der kompakte Bruder Mégane Pate. So besitzt er einen expressiven Kühlergrill mit großem Rhombus und die typischen C-förmigen Tagfahrleuchten, die serienmäßig als LED ausgeführt sind.

Die Designer haben der Versuchung widerstanden, das Längenwachstum, das den Clio in den vergangenen vier Generationen von 3,70 auf 4,06 Meter stetig wachsen ließ, fortzusetzen. Da er aber auf einer ganz neuen Plattform steht, die nebenbei auch 50 Kilogramm Gewicht im Vergleich zum Vorgängermodell spart, haben die Ingenieure das Raumgefühl sogar verbessert. Vorne sitzt es sich bequem, auch längere Personen finden ausreichend Platz. Hinten geht es ebenfalls kommod zu, sofern die Passagiere die 1,80-Meter-Marke nicht überschreiten. Das Kofferraumvolumen ist von 300 auf 340 Liter gestiegen. Klappt man die Rücksitzlehnen um, entsteht ein ebener Ladeboden – sofern der Zwischenboden entsprechend eingelegt wurde.

Verbessert wurde auch die Materialqualität im Interieur: mehr softer Kunststoff, mehr Chrom, dazu gibt es mehr Ablagen. Wer mag, kann den Innenraum mit farblichen Applikationen aufpeppen. Es zeigt sich auch beim Clio, dass Kleinwagen längst keine rollenden Verzichtserklärungen mehr sind. Das wird offensichtlich, wenn man sich das Multimedia- und Konnektivitätsangebot betrachtet. Je nach Ausstattung beziehungsweise Zusatzzahlung kommt im Franzosen ein bis zu 9,3 Zoll großes Display zum Einsatz, das mittig im Armaturenbrett positioniert ist und als Bedienzentrale für das neue Multimediasystem "Easy Link" dient. Navi, Radio, Apps oder Smartphoneintegration lassen sich so mit wenigen Schritten ansteuern. Bis zu fünf Fahrerprofile können hinterlegt und individualisiert werden. Zudem lassen sich über ein Fahrmodus-Programm drei verschiedene Modi anwählen: Eco und Sport sind festgelegt, ein drittes kann individuell gestaltet werden.

Ohne Fahrerassistenzsysteme geht auch bei einem Kleinwagen heute nichts mehr. Ab Werk hat der Clio neben einem Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung einen Helfer für Verkehrszeichenerkennung samt Geschwindigkeitswarnung an Bord. Optional beziehungsweise ausstattungsabhängig stehen noch ein radarbasierter Tot-Winkel-Warner, Spurhalte- und Fernlichtassistent, adaptiver Geschwindigkeitsregler sowie ein Stauassistent für autonomes Fahren im Stopp- und Go-Verkehr zu Wahl. Eine 360-Grad-Kamera erleichtert auf Wunsch das Parken und Rangieren.

Für den Vortrieb stehen zunächst vier Motoren zur Wahl. Die zwei 1,0-Liter-Sauger-Dreiyzlinder mit 65 PS und 73 PS bilden die Basis. Toptriebwerk ist zurzeit ein 1,3-Liter-Vierzylinder-Turbo mit 130 PS, der an ein Siebengang-DSG gekoppelt ist. Volumenmotor wird wohl der 100 PS starke Dreizylinder-Turbo werden. Bei ersten Fahrten gab sich das Aggregat recht spritzig. Leider ist hier wie auch bei den kleinen Saugern nur ein Fünfgang-Handschalter an Bord. Anfang 2020 soll ein Hybridmodell folgen, das auf eine Systemleistung von rund 130 PS kommt.