Autofreier Sonntag

22.000 Teilnehmer bei der 16. Auflage des Slow-up Hochrhein

Lea Rollbühler

Von Lea Rollbühler

So, 16. Juni 2019 um 18:00 Uhr

Bad Säckingen

Der Slow-up Hochrhein hat 22.000 Teilnehmer angezogen. Bei überwiegend trockenem Wetter herrschte beste Stimmung auf der 32 Kilometer langen Strecke.

Überwiegend trockenes Wetter, Fahrradfahrer tummeln sich auf den Straßen. Ab und an fährt eine mobile Jukebox mit und beschallt die motivierten Radler. Es ist wieder Slow-up am Hochrhein.

Jedes Jahr im Juni wird ein Rundkurs zwischen Bad Säckingen über Stein, Sisseln, Laufenburg und Murg sonntags gesperrt und ist nur für Fahrräder, Inline-Skates, und Jogger oder Wanderer begeh- oder befahrbar – Tempo egal, das Fahrzeug auch. Hauptsache ein paar Räder sind unten dran und alle sind glücklich. Natürlich dürfen auch keine Essensstände fehlen. Laut Veranstalter waren insgesamt 22 000 Teilnehmer auf der Strecke.

Könnte man nicht auch an jedem anderen Tag Fahrradfahren? "Ja klar, aber am Slow-up ist es immer cool. Meine Kinder lieben es", erzählt die 39-Jährige Angie Schweizer aus Olten. Den Slow-up kann man natürlich auch zu Fuß bestreiten, so wie Charly Hartl und Nicole Lehmann. Die beiden bereiten sich auf den Zillertaler-Lauf vor. "Hier am Slow-up ist immer was los und man sieht viele spannende Fahrzeuge", freut sich Nicole Lehmann.

Bei so einem Event gibt es natürlich auch einige Angebote – wie zum Beispiel vor dem Bad Säckinger Kaufland. Das Technische Hilfswerk bietet Koordinationsspiele und Essen an. Das anfänglich graue Wetter hat sich mittlerweile für Sonne entschieden, was die gute Stimmung nur noch besser macht. Auch Liege-Fahrräder sind dieses Jahr wieder dabei. "Man hat eine viel entspanntere Sicht mit so einem Rad", erzählt Markus Oeschger, der die vorherigen Jahre schon begeistert am Slow-up teilgenommen hat.

Manch einer fährt eine Runde und ist damit zufrieden, einige fahren die Strecke auch mehrmals. Vom Hobbyradler bis zum routinierten Sportler ist alles vertreten. Viele quatschen während des Fahrradfahrens und bleiben dabei auf dem rechten Fahrstreifen. Wer links fährt, ist schneller und meist im Überholmodus. Vor dem Bahnübergang in Obersäckingen bildet sich ein Pulk, die Schranke senkt sich. Dort sitzen zwei ehrenamtliche Helfer des Technischen Hilfswerks. "Der Heuballen hier an dem Pfosten hat auch eine Geschichte", erzählt einer der Helfer. Im Vorjahr sei ein Teilnehmer aus Versehen gegen eine Stange gefahren, das sei nun nicht mehr möglich. Auch das DRK unterstützt die Veranstaltung.

Schon oft dabei war auch Rampoore Deepak aus Zürich: "Bei diesem tollen Wetter bleibt man nicht zuhause, sondern geht zum Slow-up. Das ist einfach das Beste hier." Doch beim Slow-up geht es nicht nur ums Fahrradfahren, sondern viel mehr darum, gemeinsam etwas Schönes zu machen. Familien, Freundesgruppen, Pärchen, Kinder und Jugendliche – sogar Hunde sind dabei. Die Bad Säckinger Holzbrücke wird zum Tunnel für die fleißigen Radler, an den Rändern laufen Spaziergänger.

"Bei diesem tollen Wetter bleibt man nicht zu Hause, sondern geht zum Slow-up."

Rampoore Deepak, Zürich
In Bad Säckingen steppt während der Veranstaltung der Bär, die Cafés und Restaurants auf dem Münsterplatz sind voll, eine Band spielt und die Stimmung ist ausgelassen. Am Rheinkraftwerk sorgt der Judoclub für Verpflegung. In der Altstadt werden die Fahrräder geparkt und ein Eis in der Sonne genossen. Oder am Flammkuchen-Stand geschlemmt. Erst nach der Holzbrücke geht das Geschehen wieder seinen üblichen Lauf. Auf geht’s in die Schweiz – und vielleicht in die nächste Runde.

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