Rückkehr an den Hochrhein

Der neue Direktor des Amtsgerichts in Bad Säckingen ist ein alter Bekannter

Hilde Butz

Von Hilde Butz

Fr, 24. Mai 2019 um 12:30 Uhr

Bad Säckingen

Er hat das Bundesjustizministerium in Berlin verlassen, um nach Bad Säckingen zu kommen: Der neue Amtsgerichtsdirektor Klaus Schuster ist an seine ehemalige Wirkungsstätte zurückgekehrt.

BAD SÄCKINGEN. Anfang Mai diesen Jahres wurde Klaus Schuster offiziell als neuer Direktor des Amtsgerichts Bad Säckingen eingeführt. Tatsächlich hat er aber bereits die ersten 100 Tage im Amt hinter sich – Gelegenheit, ein erstes Resümee zu ziehen. Das sei auf jeden Fall positiv, erzählt der 47-jährige Jurist, was im Laufe des Gesprächs auch immer wieder spürbar wird.

Seine Tätigkeit in Berlin hat Schuster extra um ein Jahr verkürzt

Er habe sich auf die Stelle beworben, nachdem klar war, dass seine Vorgängerin, Margarete Basler, vorzeitig in Ruhestand gehen würde. Um den Dienst in Bad Säckingen rechtzeitig antreten zu können, habe er seine Tätigkeit beim Bundesjustizministerium in Berlin um ein Jahr verkürzt. Dort war er seit Anfang 2017 als Referent für Patentrecht tätig; eine Materie, die ihn als technisch und naturwissenschaftlich Interessierten sehr gereizt habe. So habe er sich auch mit dem hochaktuellen Thema des geistigen Eigentums befasst, habe an Gesetzesentwürfen auf internationaler Ebene mitgearbeitet und sei an der Vorbereitung des "Einheitlichen Patentgerichts" – das erste gesamteuropäische Zivilgericht überhaupt – beteiligt gewesen.

Dabei sei er erstmals mit der elektronischen Aktenführung konfrontiert worden, die er als positive und zeitgemäße Erneuerung ansehe. Bis die E-Akte flächendeckend bei den Amtsgerichten Einzug halten werde, könne es noch ein paar Jahre dauern, so seine Einschätzung. Das Intermezzo in Berlin bezeichnet Klaus Schuster als lohnendes Abenteuer, das seinen Horizont auf jeden Fall erweitert habe; das ihm aber auch bewusst gemacht habe, dass er kein Großstadtmensch sei. So habe er sich darauf gefreut, an den Hochrhein, wo er aufgewachsen und verwurzelt sei, zurückzukehren.

In Bad Säckingen war er schon als Familienrichter tätig

Es ist auch eine Rückkehr zur alten Dienststelle. Von 2011 an war Schuster Familienrichter und stellvertretender Direktor des Amtsgerichts in der Trompeterstadt. Dass er dabei schon Erfahrung in der Verwaltung habe sammeln können, erleichtere den Wechsel zum neuen Posten natürlich. Seine Vorgängerin Margarete Basler sei ihm in Personalführung unbedingt ein Vorbild. Unter der 30-köpfigen Belegschaft herrsche ein angenehmes Arbeitsklima. Anfängliche Geburtswehen und personelle Engpässe in der Nachlassabteilung seien inzwischen überwunden, erklärt der neue Chef.

Neben den administrativen Aufgaben eines Direktors ist Klaus Schuster vor allem als Familienrichter tätig. Das Strafrecht sei nie seine Passion gewesen, bekennt er, schon als junger Richter habe er beim Amtsgericht Waldshut-Tiengen 2001 das Familiengericht übernommen und festgestellt, dass das seine Sache ist.

Es sei ihm ein großes Anliegen, in Scheidungs- und Sorgerechtsverfahren zu einer gütlichen Regelungen zu gelangen und vor allem, sein Augenmerk auf das Wohl des Kindes zu richten.

Dass er Richter werden wollte, sei ihm schon klar gewesen, als er sich für das Jurastudium entschieden habe; der ausgleichende Aspekt dieses Berufs entspreche sehr seiner Rechtsauffassung. Zu seinen Idealvorstellungen gehöre auch ein "offenes Amtsgericht". Allerdings habe er nach dem renitenten Auftritt eines Kunden vor einigen Monaten Abstriche machen müssen. Seither würden vermehrt Einlasskontrollen gemacht. Er persönlich sei noch nie in aggressiver Weise angegangen worden, was er natürlich auch für die Zukunft erhoffe. Die Zukunft – die sieht er für sich längerfristig in der schönen Trompeterstadt als Direktor des Amtsgerichts.