Neue Corona-Verordnung

Baden-Württemberg verzichtet auf 2G für Jugendliche – schärfere Regeln ab Mittwoch

Theo Westermann, Karl Heidegger, dpa

Von Theo Westermann, Karl Heidegger & dpa

Mo, 22. November 2021 um 16:41 Uhr

Südwest

Die Corona-Regeln für Schülerinnen und Schüler werden im Südwesten – anders als erwartet – nach BZ-Informationen doch nicht drastisch verschärft. Für Erwachsene setzt die neue Corona-Verordnung auf 2G plus.

Dieser Beitrag ist eine weitreichende Aktualisierung der Nachricht von Montagmittag.

Bei der Kabinettssitzung am Dienstagmorgen soll die neue Corona-Landesverordnung endgültig verabschiedet werden. Kernbestandteile sind eine neue Alarmstufe II und zahlreiche Verschärfungen für Ungeimpfte, heißt es aus Regierungskreisen. Die neue Verordnung tritt demnach am Mittwoch offiziell in Kraft.



Nach bisherigem Stand ist es nicht geplant, 2G-Regeln für 12- bis 17-Jährige einzuführen. Dies wurde unserer Zeitung aus Regierungskreisen bestätigt. Noch am Freitag war davon ausgegangen worden, dass die 2G-Regeln auf Jugendliche ausgeweitet werden, die wegen der regelmäßig in den Schulen stattfindenden Tests von der in vielen Lebensbereichen notwendigen Vorlage von Schnelltest oder PCR-Tests befreit sind. Hier hatte es in den vergangenen Tagen anderslautende Mutmaßungen gegeben, auch mit dem Verweis auf das seit Sommer für 12- bis 17-Jährige gemachte Impfangebot.

Doch offenbar wollte man bei den Ministerien zu diesem Zeitpunkt diesen Weg nicht mitgehen, der auch massive Folgen für das außerschulische Engagement der Schüler in Vereinen und sonstigen Einrichtungen gehabt hätte. Doch wolle man dies bei künftigen Verordnungen nicht ausschließen, heißt es aus Regierungskreisen. Nun gibt es, sozusagen in einem ersten Schritt, beim Zutritt in Diskotheken und Clubs für unter 18-Jährige in der Alarmstufe II keine Ausnahme mehr, auch für sie gilt 2G plus – also die Regel: Geimpft oder genesen, zusätzlich aber auch getestet.

Die Inhalte der neuen Corona-Verordnung orientieren sich am neuen Infektionsschutzgesetz des Bundes. Das Land hatte in den vergangenen Tagen bereits die Weichen auf Verschärfung der Einschränkungen für Ungeimpfte gestellt. Wie aus Regierungskreisen zu hören ist, wird es auf jeden Fall Kapazitätsbeschränkungen für Veranstaltungen geben, sowohl Personenobergrenzen (maximal 25.000 Menschen) als auch prozentuale Beschränkungen.



Vorgesehen ist auch eine nochmalige Verschärfung in einer neuen Alarmstufe II. Sie ist ab einer Hospitalisierungsrate von größer als 6, und von mehr als 450 belegten Intensivbetten im Land anzuwenden. Diese Grenzwerte sind aber noch nicht endgültig sicher. Klar soll aber sein, dass mit der neuen Alarmstufe II 2G plus bei Veranstaltungen mit Gesang oder Blasmusik in geschlossenen Räumen, auf Weihnachtsmärkten insgesamt, für den Zutritt zu Diskotheken, Clubs und ähnlichen Einrichtungen, sowie für körpernahe Dienstleistungen gilt. Wie aus Regierungskreisen zu hören ist, kann der Kreis von Veranstaltungen noch erweitert werden, für die 2G plus notwendig ist. Noch nicht endgültig geklärt ist, ob diese 2G plus-Regel dann auch für den Besuch beim Friseur gilt.

Die bisherige Alarmstufe gilt seit vergangenen Mittwoch, der Grenzwert dafür liegt bei 390 Patienten auf den Intensivstationen. Die Grenzwerte für die neue Alarmstufe II sind fast erreicht, beziehungsweise schon überschritten. 2G plus heißt, dass neben dem Impf- und Genesenenstatus auch ein beglaubigter Corona-Schnelltest vorgelegt werden muss, ein Selbsttest ist nicht möglich.

Für Hotspots wird es künftig Ausgangsbeschränkungen für Nicht-Immunisierte in Land- und Stadtkreisen mit höchsten 7-Tage-Inzidenzen (höher als 500) in der Zeit von 21 Uhr bis 5 Uhr des Folgetags geben. Bisher lag der Schwellenwert hier bei 600.


Diese und weitere Grafiken zur Corona-Pandemie in Baden-Württemberg und aller Welt zeigen wir täglich aktuell im BZ-Dashboard.