Solarkraftwerk im Elsass

Jörg Buteweg

Von Jörg Buteweg

Sa, 25. Juli 2020

Wirtschaft

Erstes Projekt für Badenova.

. Der südbadische Energieversorger Badenova hat den Zuschlag für ein Solarkraftwerk im Elsass bekommen. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit. Gemeinsam mit dem französischen Partner Tryba Energy werde man in Reguisheim in einem ehemaligen Kieswerk ein 21-Megawatt-Solarkraftwerk errichten. Baubeginn soll 2021 sein, 2022 könnte der Mitteilung zufolge der erste Strom fließen. 16 Millionen Euro soll der Bau kosten.

Klaus Preiser, der Geschäftsführer der Badenova-Tochter Wärmeplus, zeigte sich geradezu euphorisch. "Wir versuchen seit sieben oder acht Jahren, ein Projekt im Elsass auf die Beine zu stellen, endlich ist es uns gelungen." Badenova und Tryba profitieren dabei von dem Bestreben der französischen Regierung, die wirtschaftlichen Folgen der Abschaltung des Atomkraftwerks Fessenheim zu mildern. Es gab deswegen eine sogenannte Post-Fessenheim-Sonderausschreibung für den Bau von Solaranlagen. Hier kamen die beiden Firmen zum Zug. Wie hoch der eingespeiste Strom vergütet wird, bleibt Geschäftsgeheimnis.

Preiser hofft nach diesem Erfolg auf weitere Projekte. Grundsätzlich gebe es im Elsass nämlich mehr für Solarkraftwerke geeignete Flächen als auf der deutschen Rheinseite. Hier suche man hingegen große Dachflächen, um Solarmodule darauf zu installieren.

Tryba Energy wurde 2008 gegründet und hat den Firmensitz in Gundershoffen im Nordelsass. Sie betreibt nach eigenen Angaben 300 Solaranlagen in Frankreich.

Für die Verhältnisse in der Region handelt es sich bei dem geplanten Solarpark um eine große Anlage. Sie soll eine Fläche von 23 Hektar umfassen, das entspricht ungefähr 33 Fußballfeldern. Zum Vergleich: Die Solaranlage auf der früheren Freiburger Mülldeponie Eichelbuck hat drei Megawatt Leistung. Andererseits: In Brandenburg baut der Versorger EnBW Deutschlands größten Solarpark mit 187 Megawatt Leistung.

Badenova setzt für die regenerative Stromerzeugung inzwischen ganz auf Solarenergie. Die Bemühungen, in der Region neben den bestehenden und im Bau befindlichen neue Windanlagen zu errichten, hat man eingestellt. Der Aufwand sei zu groß, hatte Vorstandschef Thorsten Radensleben Ende 2019 erklärt.