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Welttag des Bartes

Bärte sind in Mode – gelten aber nicht immer als attraktiv

  • Vanessa Reiber (dpa)

  • Sa, 03. September 2022, 16:47 Uhr
    Panorama

Ob in der Voll-, Schnurr- oder Drei-Tage-Version: Bärte sind mehr als nur ein paar Haare um den Mund. Ein Überblick über die schönsten, längsten und kreativsten Bärte.

Ein gläubiger Hindu pflegt seinen langen Bart.  | Foto: Niranjan Shrestha (dpa)
Ein gläubiger Hindu pflegt seinen langen Bart. Foto: Niranjan Shrestha (dpa)
Regelmäßig treten Bartträger in Wettbewerben gegeneinander an und küren den schönsten, längsten, stattlichsten oder kreativsten Bart. An diesem Samstag wird der Welttag des Bartes gefeiert.


Wer hat den Schönsten?

Für viele gehört das Schaulaufen zum Dasein als leidenschaftlicher Bartträger dazu. Bei den "World Beard and Moustache Championships" im bayerischen Burghausen etwa werden im kommenden Jahr wieder die stattlichsten Exemplare gekürt – und zwar in den Kategorien Schnauzer, Voll- und Teilbart.

Dabei gelten besondere Regeln: Wer wie der spanische Maler Salvador Dalí einen Schnurrbart mit nach oben gebogenen Enden trägt, muss darauf achten, dass die Spitzen nicht über Augenbrauenhöhe herausragen. In der Rubrik "Musketier" kommt es wiederum besonders auf den akkuraten Schnitt an.

Für manche geht es aber gar nicht um die Schönheit, sondern nur um die Länge: Ganze 5,33 Meter soll der Vollbart des Norwegers Hans Langseth nach Angaben des Guinness-Buchs der Rekorde gemessen haben. Die Auszeichnung erhielt Langseth jedoch erst nach seinem Tod im Jahr 1927.

Nicht einmal die Hälfte erreicht ein anderer Rekordhalter: Mit einer Länge von fast zweieinhalb Metern erhielt Sarwan Singh im Jahr 2011 den Titel "Längster Bart an einer männlichen lebenden Person".

Und was ist attraktiver?
Hollywood-Star George Clooney, Sänger Alvaro Soler oder Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, sie alle tragen (immer mal wieder) Bart oder Stoppeln. Aber macht sie das attraktiver als Männer, die lieber bartlos unterwegs sind? 1871 schrieb der britische Naturforscher und Bartträger Charles Darwin: "Es scheint, als sei der Bart für unsere affenähnlichen Vorfahren ein Ornament gewesen, mit dem die Männchen versuchten, die Weibchen zu bezaubern oder zu erregen."

Moderne Studien zur Attraktivität von Bärten kommen hingegen zu keinem eindeutigen Ergebnis. Forscher der Universität in Queensland legten zum Beispiel 2012 knapp 230 Frauen aus Neuseeland und Samoa Fotos von Männern mit und ohne Gesichtsbehaarung sowie unterschiedlicher Mimik vor. Die rasierten Männer wurden als attraktiver wahrgenommen.

Eine in den Biology Letters veröffentlichte Studie aus dem Jahr 2014 zeigte, dass Männer und Frauen, denen zuvor nur Bilder von Vollbärtigen gezeigt wurden, diese als weniger attraktiv einschätzten als Männer ohne Bart. Andererseits fanden die Versuchsteilnehmer und -teilnehmerinnen, die zuvor nur rasierte Gesichter gesehen hatten, die Aufnahmen von Bärtigen anziehender. Generell kamen Bartstoppeln bei den mehr als 1600 Versuchsteilnehmerinnen und -teilnehmern besser an als Vollbart oder Glattrasur.

Frauen mit Bart
Die Behaarung ist bei Männern in der Regel stärker ausgebildet als bei Frauen. Bei Jungen beginnt es meist in der Pubertät, ausgelöst durch das Hormon-Stoffwechselprodukt Dihydrotestosteron.

Aber auch Frauen haben Bärte: Die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo etwa malte sich selbst auf Bildern mit einem sichtbaren Flaum. Und Frauen mit der Hormonstörung Polyzystisches Ovar-Syndrom können auch stärkeren Haarwuchs und damit einen auffälligeren Bart haben. Die Britin Harnaam Kaur etwa hat nach eigenen Angaben das Syndrom und stellte 2015 im Alter von 24 Jahren als jüngste Frau mit Vollbart den Rekord im Guinness-Buch auf.

Missglückte Reparatur
Bei den Wörtern Bart und Unfall könnte man zunächst an eine missglückte Rasur denken – für acht Männer aus Ägypten aber endete eine Panne im Jahr 2014 sogar vor einem Disziplinargericht. Ausgerechnet der Spitzbart der goldenen Totenmaske des Pharaos Tutanchamun aus der 18. Dynastie der altägyptischen Könige brach ihnen ab, als sie das 3300 Jahre alte Stück nach der Reparatur einer Glühbirne wieder auf einen Sockel hieven wollten. Trotz schnellem Klebereinsatz blieb das Malheur nicht unentdeckt. Schlussendlich wurde die berühmte Maske in Deutschland fachkundig restauriert.

Ressort: Panorama

  • Artikel im Layout der gedruckten BZ vom Sa, 03. September 2022: PDF-Version herunterladen

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