Außergewöhnlicher Fund

Basler Archäologen legen Mauer eines repräsentativen Gebäudes frei

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 18. Juli 2019 um 15:00 Uhr

Basel

Beim Neubau für eine Basler Behörde sind Archäologen an der Spiegelgasse auf verfüllte Kellerräume und Reste von mittelalterlichen Holzgebäuden gestoßen. Bemerkenswert ist eine Mauer.

Außergewöhnlich sei der Fund einer aus Bossenquadern errichteten Mauer eines repräsentativen Gebäudes des 13. Jahrhunderts, teilte die Archäologische Bodenforschung am Mittwoch mit. Die Mauer kann erhalten und in den Neubau des Basler Amts für Umwelt und Energie integriert werden.

Bis vor Kurzem präsentierte sich die Baustelle wie eine Ausgrabungsstätte in Pompeji. In der tiefen Baugrube gruben die Mitarbeiter der Bodenforschung ein Gewirr von mehreren Metern hohen Mauerresten aus. Auf der Parzelle waren um 1909 zwei mittelalterliche Häuser abgebrochen worden. Die Keller hatte man zugeschüttet, um das Terrain anzuheben.

Aufwendige Herstellung

Von der ursprünglichen Bebauung zwischen Schifflände und Fischmarkt ist nicht mehr viel erhalten. Ein radikaler Bebauungsplan von 1897 führte zum Abriss von dutzenden Altstadthäusern. Eines der Gebäude besaß einen großen Kellerraum, dessen Boden aus quadratischen Tonplatten bestand. Die Westmauer dieses Kellers ist hervorragend erhalten und besteht aus sauber gefügten Bossenquadern. Die Herstellung dieser Bausteine erforderte aufwendige Steinmetzarbeiten, weshalb sich nur sehr wohlhabende Personen einen solchen Bau leisten konnten. Die Bautechnik ist für ein mittelalterliches Haus außergewöhnlich, da man bisher solche Bossenquader vor allem in Zusammenhang mit Burgen, Wehrbauten und Adelstürmen kennt.

Der Fund der Mauer zeuge erneut von der großen Bedeutung, die das Gebiet zwischen Schifflände und Fischmarkt für die Stadtgeschichte hat. Aus einer von einfachen Holzbauten geprägten Siedlung entwickelte sich im Laufe des Mittelalters ein Quartier, das zunehmend von Steinbauten des Bürgertums geprägt war.