Flugzeuge

Bekommen Anwohner des Euroairports mehr Lärmschutz in der Nacht?

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 13. September 2019 um 20:32 Uhr

Basel

Eine Studie soll Optionen eines weitergehenden Lärmschutzes am Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg zwischen 23 und 24 Uhr prüfen. Ergebnisse soll es im ersten Halbjahr 2020 geben.

Der Euroairport (EAP) kündigt an, den Lärmschutz nach 23 Uhr weiter "proaktiv verstärken" zu wollen. In einem ersten Schritt dazu werden nun in einer Studie, die den aktuellen französischen Lärmschutzplan (PPBE) ergänzen soll, zahlreiche Lärmschutzmaßnahmen geprüft. Diese Untersuchung haben nun begonnen, teilt der EAP mit. Ergebnisse der Studie sollen dann Anfang 2020 vorliegen, lässt der Flughafen weiter wissen.

Es werden verschiedene Ansätze für Lärmschutz überprüft

Die Fluglärm nach 23 Uhr sorgt in den Anrainergemeinden des Flughafens seit längerem wieder für steigenden Unmut – zumal das wachsende Flugaufkommen auch in diese Randzeiten drängt. Als Reaktion auf diese Dynamik hatte der EAP schon Ende November 2018 bei dem französischen Transportministerium beantragt, eine Studie zur Prüfung von zusätzlichem Lärmschutz zu initiieren. Dieser "Lärmschutz plus" wird laut einer EU-Verordnung (598/2014) in einem Verfahren geprüft, das sich an den Prinzipien eines ausgewogenen Ansatzes ("Balanced Approach") orientiert. Der wiederum gilt nach Angaben des EAP auch in der Schweiz und wird dort in der Luftfahrtpolitik des Bundes, im Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) und im Umweltschutzgesetz berücksichtigt. Dabei gehe es darum, die Entwicklung des Flugverkehrs am Euroairport "nachhaltig zu gestalte, in dem Belange von Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt gleichermaßen berücksichtigt werden", heißt es in der Mitteilung weiter. Es gelte, die Lärmschutzanliegen der Bevölkerung und den volkswirtschaftlichen Nutzen des Flughafens auszubalancieren.

Im Rahmen der Studie werden verschiedene Ansätze für Lärmschutz überprüft. Dazu gehören Nachjustierungen an der Lärmquelle, wie eine Reduktion der Lärmemissionen bei Flugzeugen, in der Raumplanung, bei den Flugrouten, bis hin zu konkreten betrieblichen Einschränkungen etwa bei der Flugplanung in den Nachtstunden. In einer ersten Phase wird die Situation nun umfassend analysiert. Parallel interviewen die die beauftragten Firmen, die auf Luftfahrt, Raumplanung und Nachhaltigkeit spezialisiert sind (CGX AERO aus Frankreich und EBP aus der Schweiz), von diesem Monat an mehr als 90 Flughafenpartner, Gemeinden, Kantone, Fluggesellschaften und Anrainerverbände.

Die Ergebnisse dieser Interviews fließen in die Analyse ein. Berücksichtigt werden dort zudem der aktuelle Lärmvorsorgeplan ("Plan de Prévention du Bruit dans l’Environnement"), der aktuelle Lärmschutzplan ("Plan de Gêne Sonore") und der Lärmbelastungsplan ("Plan d’Exposition au Bruit"), ein französisches Planungsinstrument für die Raumplanung, sowie als Schweizer Pendant die geltende Reglementierung des Lärmbelastungskatasters der Lärmschutzverordnung (LSV) der Schweiz. Auf Basis des Schlussberichts werde das EAP-Management dann im ersten Halbjahr 2020 darüber entscheiden, welchen zusätzlichen Lärmschutz es Behörden zur Prüfung vorschlagen werde. Das Nachtruhebedürfnis der Flughafenanrainerinnen und -anrainer sei dabei jedenfalls ist "ein zentraler Faktor", dem der Flughafen besonderes Gewicht beimesse, heißt es abschließend.