Ein Stolperstein wider das Vergessen

Daniel Gramespacher

Von Daniel Gramespacher

Mo, 27. Juni 2011

Basel

Private Gedenkstätte für Flüchtlinge des Zweiten Weltkrieges in Riehen findet viel Anerkennung, ist aber nicht unumstritten.

RIEHEN. Wer den Bahnübergang Inzlinger Straße in Riehen überquert, dem fällt das braune Schild nicht unbedingt auf. Es weist auf die "Gedenkstätte für Flüchtlinge" hin, die Johannes Czwalina nebenan im ehemaligen Schrankenwärterhäuschen errichtet hat. Das Mahnmal soll in Erinnerung rufen, dass das Schicksal jüdischer Flüchtlinge im Zweiten Weltkrieg auch in Riehen als Grenzort sichtbar wurde. Für die private Initiative erntete der frühere Pfarrer und heutige Unternehmensberater schon viel Anerkennung; er musste aber auch einige Kritik einstecken.

Die Haltung der Schweizer Regierung zur Nazizeit gegenüber jüdischen Flüchtlingen war eindeutig: Sie waren nicht erwünscht; sie aufzunehmen, war verboten. 1997 machte sich der damalige Basler SP-Großrat Hanspeter Kehl dafür stark, den Abgewiesenen auf Basler Boden ein Mahnmal zu setzen. Die Regierung nahm die Anregung auf. Das Projekt versandete aber, ehe es konkret wurde. Czwalina, der vor Jahren in Basel als Pfarrer tätig gewesen war, und heute in Riehen als Unternehmensberater arbeitet, stieß zufällig auf die Geschichte des Schrankenwärterhäuschens im Dritten Reich. Er hatte es von der Deutschen Bahn gekauft und wollte es zum Gästehaus umbauen. Einst gehörte das Haus der Reichsbahn. Czwalina kam mit Zeitzeugen ins Gespräch. Von den Brüdern Munz, die in dem Haus aufgewachsen sind, erfuhr er, dass im Krieg ...

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