"Mimesia": Miriam Coretta Schultes Basler Performance über das Gefühl Bewunderung

Annette Hoffmann

Von Annette Hoffmann

Fr, 15. März 2019

Basel

"Mimesia": Miriam Coretta Schultes Performance über das Gefühl Bewunderung.

Vor sechs Jahren zog Miriam Coretta Schulte nach ihrem Studium der angewandten Theater- und Kulturwissenschaften in Hildesheim, Paris und Gießen nach Basel. Mit ihren Performances, die Tanz, Sprache und Installation zusammenführen, ist sie nicht nur in der Schweiz und in Deutschland zuhause, sondern zunehmend auch in Ägypten.

Seit ihrem ersten Stipendienaufenthalt mit Pro Helvetia war Miriam Coretta Schulte mehrfach wieder in Kairo. Im vergangenen Jahr gleich drei Mal, auch wegen ihres Performancestücks "Mimesia" – das am Samstag, 16. März, im Rossstall der Kaserne Basel Premiere haben wird –, nicht zuletzt aber, weil sich die Kontakte zu ägyptischen Kunstschaffenden verfestigt haben.

Dabei ist es noch gar nicht lange her, dass das Kairoer Verbindungsbüro der Stiftung Pro Helvetia nach der Revolution wieder geöffnet ist. "In Deutschland und in der Schweiz", sagt die 1987 in Frankfurt geborene Miriam Coretta Schulte, "spüre ich gerade eine große Angst gegenüber der arabischen Welt – und bei mir das Bedürfnis, dagegen anzureden." Miriam Coretta Schulte war nach Kairo gereist, um über Feminismus zu recherchieren. Das klingt nach einem inneren Widerspruch, doch, so erzählt sie, sei gerade Kairo lange ein Zentrum des arabischen Feminismus gewesen.

"Mimesia" ist eine Hommage an jene Menschen, die die Künstlerin in Kairo traf und die sie beeindruckt haben. Mit derart viel Aufmerksamkeit umzugehen und bewundert zu werden, sei gar nicht so leicht, hat sie festgestellt. Gemeinsam mit Oliver Roth, Johanna-Yasirra Kluhs, Rahel Kesselring und Felix Worpenberg will sie auch das Publikum an dieser Perspektive teilhaben lassen.

"Mimesia", der Titel ihrer Performance, ist ein Kunstwort, in dem einerseits die Mimesis, die Nachahmung mitschwingt, andererseits die Amnesia, der Gedächtnisverlust. Für Miriam Coretta Schulte passt diese Verbindung, denn: "Beim Imitieren nimmt man etwas in sich auf. Da geschieht eine Verwandlung, bei der auch etwas verloren geht." Bekanntlich lernen wir durch Nachahmung, ohne diese Fähigkeit könnten wir keine Gesellschaft bilden. Das "Mimesia"-Team ist auch ein Generationsmodell, alle sind im selben Jahr geboren. "Ein Zufall", sagt Miriam Coretta Schulte, und lacht.

Termine: Basel, Miriam Coretta Schulte: "Mimesia", Rossstall II, Kaserne, Premiere: Sa, 16. März, 20 Uhr. Weitere Aufführungen: 17. März, 19 Uhr, sowie 18. bis 20. März, 20 Uhr