Wissenschaftler vor Auslieferung

sda

Von sda

Do, 18. Juli 2019

Basel

Zeitweise am Basler FMI-Institut.

BASEL (sda). Die Schweiz will einen chinesischen Wissenschaftler, der von 2008 bis 2015 beim Basler Friedrich Miescher Institute for Biomedical Research (FMI) in Basel angestellt war, an die USA ausliefern. Das Bundesamt für Justiz (BJ) hat einen entsprechenden Antrag befürwortet. Dem Betroffenen wird Verletzung des Geschäftsgeheimnisses vorgeworfen.

Der Beschuldigte lebt mit Familie seit zwanzig Jahren in der Schweiz. Die aktuelle Entwicklung hängt mit einer seit 2016 in den USA laufenden Untersuchung gegen fünf Sino-Amerikaner zusammen, denen Wirtschaftsspionage vorgeworfen wird. Zwei davon sollen als Mitarbeitende des Pharmakonzerns Glaxo-Smith-Kline (GSK) Forschungsresultate an eine Firma weitergegeben haben, die Krebsmittel entwickeln wollte und von den Beschuldigten gegründet worden war. Eine der in den USA Beschuldigten ist die Schwester des in der Schweiz lebenden Chinesen; sie hat sich in den USA bereits schuldig bekannt. Wie aus amerikanischen Unterlagen hervorgeht, haben die Geschwister per Mail Geschäftsinformationen ausgetauscht. In der Folge stellten die USA im Juli 2018 ein Gesuch zur Auslieferung ihres Bruders, der in der Schweiz mit zwei früheren FMI-Mitarbeitern ebenfalls eine Firma gegründet hat, die Wirkstoffe gegen Krebs erforscht. Die US-Justiz wirft ihm vor, dank der gestohlenen Daten Tests gemacht zu haben. Das Schweizer Bundesstrafgericht hat bereits vor einer Woche die Beschwerde gegen den Auslieferungshaftbefehl abgelehnt.