Entdeckung in Waldstück

Der römische Silberschatz von Pratteln

sda

Von sda

Mi, 20. November 2019 um 18:49 Uhr

Pratteln

In einem Waldstück bei Pratteln ist ein römischer Schatz mit 293 Silbermünzen entdeckt worden. Der Fund gehört zu den größten römischen Silberhorten der Schweiz.

Bei den Münzen handelt es sich ausschließlich um Denare, die nach einer Mitteilung der Archäologie Baselland einem insgesamt sehr guten Zustand sind – teilweise sogar noch prägefrisch.

Den römischen Münzhort hatte ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Archäologie Baselland im Sommer 2019 am Abhang des Adlerberges bei Pratteln gefunden. Die älteste Münze ist unter Kaiser Nero geprägt worden, der zwischen 54 bis 68 nach Christus regiert hatte. Die meisten Münzen stammen aus dem zweiten Jahrhundert, die jüngsten Stücke aus der Zeit von Kaiser Commodus – sie waren 181/182 nach Christus in Rom geprägt worden. Der Fund gehört demnach zu den größten römischen Silberhorten der Schweiz, in der näheren Umgebung gibt es nur den rund 170 Jahre jüngeren Kaiseraugster Silberschatz. In der Mitteilung wird der Wert der Münzen als "nicht unbeträchtlich" bezeichnet, er habe ungefähr dem halben Jahreslohn eines Legionärs entsprochen. Welchen Wert die Münzen heute haben, lässt sich laut dem Baselbieter Kantonsarchäologen Reto Marti nicht beziffern. Sie seien nicht schätzbar, da sie einzigartig und nicht verkäuflich seien, sagte er auf Anfrage.

Der Fundort in einem gewöhnlichen Waldstück sei aus heutiger Sicht unspektakulär, hält die Kantonsarchäologie fest. In römischer Zeit müsse dort aber ein auffälliger Stein oder Ähnliches gestanden haben. Vermutlich habe der Besitzer seine Barschaft in einem sicheren Versteck aufbewahren wollen, was damals nicht ungewöhnlich gewesen sei. Warum das Vermögen nie mehr geborgen wurde, ist unklar. Die Jahre um 182 nach Christus seien jedenfalls keine Krisenzeit gewesen. Die Münzen werden nun fertig restauriert und genauer bestimmt. Danach soll der Schatz voraussichtlich im Museum.BL in Liestal ausgestellt werden.