Uni-Kinderspital kämpft weiter mit Tarifproblemen

sda

Von sda

Mi, 08. Mai 2019

Basel

Dank Sondereffekten erzielte das von den Kantonen Basel-Stadt und Baselland getragene Krankenhaus 2018 einen Gewinn.

BASEL (sda). Das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) hat 2018 dank Sondereffekten einen Gewinn geschrieben. Ohne diese hätte eine schwarze Null resultiert. Nicht kostendeckende Tarife für ambulante Behandlungen konnten mit mehr Effizienz, Sparsamkeit und guter stationärer Auslastung gerade kompensiert werden.

Als Sondereffekte nannte das UKBB am Dienstag die Auflösung von Rückstellungen für die Einführung des Fallkostenpauschal-Systems sowie Nachzahlungen der Invalidenversicherung. Beide Faktoren zusammen schlugen mit 2,4 Millionen Franken positiv zu Buche. Damit wurde 2018 ein Gewinn von 2,5 Millionen ausgewiesen, anstatt des budgetierten Defizits von 4,3 Millionen. 2017 gab es ein Defizit von 2,7 Millionen. Für Geschäftsführer Marco Fischer fiel 2018 so "gar nicht so schlecht aus". Unterm Strich stieg der Umsatz um 5,9 Prozent auf 147,2 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Abschreibungen betrug 12,1 Millionen.

Dennoch bleibt die Lage ungemütlich: Mit der Tarifsenkung für ambulante Behandlungen sanken diese Erträge um 3,5 Millionen Franken oder 9,6 Prozent auf 32,9 Millionen. Für 2019 rechnet das Spital denn auch mit einem Betriebsverlust von 1,2 Millionen. Die ohne Sondereffekte ausgeglichene Rechnung 2018 sei nur dank einem "sehr außerordentlichen" Jahr gelungen, sagte Fischer. Zum Beispiel habe es unüblich viele Frühgeburten gegeben, die ihre Kosten gut decken. Als Sparmaßnahmen nannte Fischer Umstellungen in der Küche sowie kurzfristige interne Vertretungen bei sehr hoher Auslastung statt externer Aushilfen etwa vom Universitätsspital. Insgesamt sei 2018 ein "extremes Sparjahr" gewesen.

Die Zahl ambulanter Besuche stieg um 1,3 Prozent auf 98 512, jene im stationären Bereich minimal auf 6397 . Das ungelöste Problem liegt in der Kostenstruktur: 30 Prozent der UKBB-Fälle sind stationär; diese bringen aber 70 Prozent der Erträge. Viele Not- und Spezialfälle drückten den Kostendeckungsgrad im ambulanten Bereich unter 70 Prozent. So forderten Fischer und Verwaltungsratspräsident Manfred Manser die Schweizer Regierung erneut auf, die Tarifänderung im ambulanten Bereich rückgängig zu machen. Im Gegenteil wären für spezialisierte Kinderkliniken Tariferhöhungen angezeigt: "Der Kampf geht weiter."