Nur im Finale läuft’s nicht wie geschmiert

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Di, 21. Mai 2019

Basketball

Die gastgebenden Ü-50-Basketballer des USC Freiburg belegen bei der deutschen Meisterschaft Rang zwei / Wie im Vorjahr scheitern sie im Finale an der SG Boele/Telgte.

BASKETBALL. Deutscher Vizemeister – das ist eine Bezeichnung, die die Fußballer von Borussia Dortmund sicher nicht mögen. Die Ü-50-Basketballer des USC Freiburg hätten auf die erste Worthälfte, also "Vize", auch gern verzichtet. Aber alles in allem waren sie glücklich und zufrieden, dass sie beim Endturnier um die deutsche Meisterschaft unter 16 Teams den zweiten Platz belegt hatten – und ohne größere Verletzungen geblieben waren.

Wer in der zweiten Lebenshälfte steht, der hüpft beim morgendlichen Klingeln des Weckers nicht immer quietschfidel aus dem Bett. Hier und da knarrt und knackt es doch ein bisschen. Mancher denkt, jetzt wäre ein wenig Schmierstoff für die Gelenke gut. Aber dann tut’s nach dem Aufstehen doch ein Kaffee. Und ein paar Dehnübungen. Denn der Ehrgeiz, Großes zu leisten, ist immer noch da.

Am Samstag und Sonntag sind die gestandenen Männer des USC Freiburg etwas beschwingter als sonst aus den Federn gekommen. Das Adrenalin wirkte als Gelenkschmiere und ließ das eine oder andere Wehwehchen vergessen. Als Gastgeber des Finalturniers wollten sich die oft schon ergrauten USC-Spieler von der besten Seite präsentieren. "Die verschworene Einheit" (Originalton von Teammitglied Oliver Mayer), die sich bis auf den in München lebenden Ex-Erstligaspieler Michael Schwarz stets zum Training am Mittwochabend trifft, hatte sich einiges vorgenommen. Sie wollte wieder um die Medaillen spielen. Schließlich hatte es 2018 zu Platz zwei gereicht.

Doch die Freiburger Ü 50, die Jahrgang 1969 oder älter sein musste, hatte im Vorfeld des Endturniers mit drei Problemen zu kämpfen: Malaisen (Knieschmerzen, angebrochene Rippen), Nachwuchssorgen (Oliver Mayer: "Von den jüngeren Jahrgängen kommt zu wenig") und: Alle sind schon wieder ein Jahr älter.

Diesen Widrigkeiten begegnete die Seniorenauswahl aus dem Breisgau in der heimischen Sepp-Glaser-Sporthalle durchaus tapfer. In den Gruppenspielen gab es drei Siege: Erst ein 39:21 gegen die BG Zehlendorf, dann ein 28:20 gegen die SG Gießen, danach ein 32:27 gegen die BG Köln. Im Viertelfinale war das USC-Team mit 26:22 gegen die SG Langen-Frankfurt erfolgreich. Im Halbfinale vor 150 Zuschauern in der Sepp-Glaser-Sporthalle setzte es sich gegen den TSV Rosenheim durch – mit Hängen und Würgen und mit 41:38 (33:33) nach Verlängerung.

Vor dem Endspiel hatte die USC-Auswahl hingegen ihr Pulver verschossen. "Im Finale haben wir einfach zu wenig getroffen", analysierte Oliver Mayer die 31:37-Niederlage gegen die SG Boele/Telgte nach 4x7 Minuten Spielzeit. Gegen die Spielgemeinschaft aus Hagen und Umgebung hatte das Team aus dem Breisgau schon 2018 im Kampf um Platz eins den Kürzeren gezogen.

Ü-50-Männer trösten sich indes schnell. Das USC-Team wurde Vizemeister. Aber unter den reinen Vereinsmannschaften (also Spielgemeinschaften ausgenommen) waren sie die Besten.