Interview

Heuweiler Landwirt erklärt, auf was es bei der Kürbiszucht ankommt

Max Schuler

Von Max Schuler

Do, 17. September 2020 um 06:40 Uhr

Heuweiler

September ist Kürbiszeit: Der Heuweiler Landwirt Thomas Buderer erklärt, auf was es bei der Zucht ankommt und warum aus seiner Sicht die bekannten rot-orangen Kürbisse nicht die leckersten sind.

Die Kürbissaison hat begonnen. Der Heuweiler Landwirt Thomas Buderer beschäftigt sich seit 40 Jahren mit dem Gemüse und züchtet mehr als 70 Sorten. Max Schuler hat ihn gefragt, auf was es dabei ankommt.

BZ: Wann beginnt die Kürbissaison?
Buderer: Die Kürbisernte beginnt im September, letzte Woche habe ich geerntet. Dieses Jahr sind wir zehn Tage früher dran als in den vergangenen Jahren.

BZ: Erklären Sie doch einmal kurz, wie man einen Kürbis züchtet?
Buderer: Kürbiszucht bedeutet, ich überlasse die Bestäubung nicht den Wildbienen, sondern ich mache eine Handbestäubung. Ich komme den Insekten sozusagen zuvor und mache das, bevor sich die Blüte öffnet. Nach der Bestäubung verschließe ich die Blüte wieder von Hand. Ich kreuze zum Beispiel zwei hervorragende Speisekürbisse. Oder ich kreuze ganz verschiedene Arten miteinander. Das Produkt ist dann vergleichbar mit einem Maultier aus der Tierwelt. Das Ergebnis ist aber hervorragend, einmalig, haltbar und die gesunden Pflanzen sind hochtragend. Züchten kann man nur mit hochreinem Saatgut, das bekommt man nicht im Laden. Es gibt einige Tricks, um dabei erfolgreich zu sein, doch die will ich nicht verraten.

BZ: Haben Sie unter den unzähligen Kürbissen, die Sie züchten, einen Favoriten?
Buderer: Es reden ja immer alle vom Hokkaidokürbis und bei uns glauben viele, dass die rot-orangen Kürbisse, die besten sind. Das stimmt aber so nicht. Gerade die Japaner züchten hervorragende grüne Kürbisse mit einem echten Maronigeschmack. Optisch besonders schön sind die gefleckten asiatischen Muskatkürbisse. Ich habe auch ganz spezielle Sorten, die sehr klein sind, und nur ein halbes Kilogramm wiegen. Der sogenannte Halloween-Pumpkin wird dagegen fußballgroß und ist natürlich am besten zum Schnitzen geeignet.

Thomas Buderer (62) ist Heuweiler Landwirt . Seine Kürbisse baut er in Gundelfingen und Vörstetten an. Am Donnerstag, 17. September, verkauft er Kürbisse in der Gundelfinger Gemüsescheune (Wildtalstraße).