Besonders lebendiges Schülerkonzert

Annette Preuß

Von Annette Preuß

Sa, 25. Mai 2019

Gundelfingen

Nachwux- und Jazzband des Gundelfinger Gymnasiums bieten vielfältiges Programm.

GUNDELFINGEN. Unter dem Motto "Jazz und mehr" erfreuten die Nachwux- und die Jazzband des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Gundelfingen ihre Zuhörer mit einem musikalisch und rhythmisch vielfältigen Programm. Die Leitung hatte Reinhard Vogel. Ehemalige Bandmitglieder überraschten vor der Konzertpause das Publikum mit einem klanglich besonders spritzigen Gruß und einer Hommage an ihren ehemaligen Bandleader und Lehrer Vogel.

Mit dem ersten Stück der NachwuxBand "The Impression that I get" gab die Truppe ihre Visitenkarte hinsichtlich ihrer instrumental breit gefächerten Zusammensetzung ab. Die Noten vieler Stücke seien durch seinen Computer bearbeitet worden, so Vogel. Er bezeichnete den Konzertabend als "kleines Megaevent mit allem, was passieren kann". Das machte neugierig.

Bei "Thes drums lords" saßen die Schlagzeuger weit auseinander und bestimmten das rhythmische Geschehen, dem das übrige Orchester gut folgen konnte. Dass der erste Teil des Konzertabends Werkstattcharakter hatte, gab ihm eine besonders lebendige Note. Vogel betonte, er sei "selbst gespannt, wie die Band das auf die Reihe kriegt". Da konnte es vorkommen, dass man mit einem Stück nochmal beginnen musste, was der Musizierfreude allerdings keinen Abbruch tat. So geschehen bei "Love runs out", in dem Rhythmenwechsel zu bewältigen sind.

Die Jazzband mit Mitgliedern ab der achten Klasse bestritt den zweiten Teil des Abends. In "Beantown Blues Parade" bediente Vogel mit sichtlichem Vergnügen zwei "Instrumente": eine Trillerpfeife und eine Hupe. Und es gelang ihm, für das folgende Stück "Four Brothers" durch pädagogisches Geschick einen Instrumentenwechsel zu veranlassen und einen Saxofonsatz zusammenzustellen, so dass das Stück spielbar wurde. "Stormy Weather" trug Gréta Szentes ausdrucksstark, melodisch und sprachlich gut verständlich, vor, dezent begleiteten sie Xylophon und Schlagzeug.

Nach "Downtown Tango", dem Lieblingsstück der Band, trat die Truppe der Ehemaligen auf – als gelungene Überraschung für Reinhard Vogel. Sie hatten sich zusammengefunden "aus aller Herren Länder" und in geheimen Proben, mit denen der Austausch von "Erinnerungen an die spannende Zeit mit Herrn Vogel" einherging, Jazz vom Feinsten mit einem bemerkenswerten Schlagzeugsolo einstudiert. "Man hat hier etwas mitgenommen", so die einhellige Meinung der Ehemaligen, die ihrem Lehrer einen riesigen Kaktus mit Vogel überreichten.

Nach der Pause erklang "Don’t stop belivin’", den stimmlichen Part übernahm beeindruckend Elina Wojciechowski, die später in "Blame it on the Boogie" gesanglich begleitet wurde von Maren Bäumle, Philea Fischer und Gréta Szentes. Das Quartett bezauberte die Zuhörer mit stimmlicher Ausgewogenheit. Hervorzuheben gilt auch die musikalisch und rhythmisch präzise Leistung von Tom Schimmeck am Klavier in "Time after Time", in dem, auf Wunsch von Reinhard Vogel, "kein badisches Mezzoforte, sondern mehr" zu hören war. "Eli’s comin’", bereitete das Ende des "erstaunlich nachhaltigen" (Schulleiter Gereon Burster) Konzertabends vor, der mit "Rock ém, sock ém" abgerundet wurde.