Auch der Wind kann sie nicht bremsen

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Mi, 13. Februar 2019

Biathlon

Die Schwarzwälder Biathleten Fabian Kaskel und Elias Asal feiern zwei Siege im Deutschlandpokal, Diogo Martins zweimal Zweiter.

BIATHLON. Beim Deutschlandpokal (DP) in Altenberg war es windig, beim Massenstartrennen sogar sehr windig: "Für die Jüngeren unter den Biathleten war es schwierig, für sie waren die Bedingungen beim Schießen schon eine Herausforderung", sagt Biathlon-Landestrainer Steffen Hauswald (Schönwald) zu der allgemein hohen Fehlerquote am Schießstand. Tags darauf blies der Wind aus einer anderen Richtung und beeinflusste die Schießergebnisse nicht mehr ganz so stark. "Mit den Leistungen am Samstag waren wir nicht ganz zufrieden, am Sonntag waren wir auf dem Podest öfter vertreten", sagt Hauswald zum Abschneiden der Schwarzwälder Nachwuchsbiathleten. Im Massenstartrennen, in dem wie im Verfolger viermal geschossen wurde, erkämpften sich die Starter des Skiverbands Schwarzwald (SVS) vier Plätze unter den ersten Drei, im Verfolgungsrennen tags darauf waren es sechs.

In zwei Altersklassen bestimmen die Biathleten aus dem Schwarzwald in Breite und Spitze das Niveau in der national höchsten Rennserie: Fabian Kaskel (SC Todtnau), Diogo Martins (SC Hinterzarten) und Mathis Färber (SC Schönwald) beherrschen die Klasse Jugend 16. Martins ist der beste Skater in dieser Klasse, Kaskel hatte in der Komplexleistung aus Laufen und Schießen in Altenberg allerdings zweimal die Nase vorn und gewann sowohl das Massenstartrennen als auch den Verfolger vor Diogo Martins. "Der Fabian zeigt jetzt hinten raus stabile Leistungen, er hat auch läuferisch aufgeholt", sagt Hauswald. Und wie beurteilt der 15-jährige Schüler des Kollegs St. Blasien seine Leistungen von Altenberg? "Am Schießstand hätten es im Massenstartrennen ein bis zwei Fehler weniger sein können (Anm. der Red: insgesamt sieben), aufgrund der sehr windigen und vor allem böigen Bedingungen bin ich trotzdem zufrieden. Beim Verfolger waren die Bedingungen im Vergleich zum Vortag nicht mehr so schwierig, da bin ich mit meinen zwei Fehlern beim Schießen sehr zufrieden. Die Laufstrecke war richtig hart und schwierig." Zu den nicht ganz so stabilen Leistungen von Diogo Martins am Schießstand versichert der Landestrainer: "Das mit dem Schießen kriegen wir bei ihm noch hin." In der Deutschlandpokal-Wertung führt Kaskel und liegt 14 Punkte vor Martins. Mathis Färber belegte im Massenstartrennen den vierten Platz, im Netto-Verfolger, der für die DP-Wertung zählt, wurde er Sechster.

Die zweite Altersklasse, die von den jungen Schwarzwäldern dominiert wird, ist die Jugend 17. Elias Asal (SC Todtnau), beim Deutschlandpokal am Notschrei gesundheitlich angeschlagen, demonstrierte in Altenberg, dass er in gesundem Zustand ein Siegläufer ist: Der Jugendliche aus Wieden triumphierte im Massenstart und auch im Verfolger. In beiden Wettkämpfen zeigte er beim Liegendschießen stabile Leistungen, im stehenden Anschlag jagte er windbedingt den einen oder anderen Schuss zuviel am Ziel vorbei, was allerdings auch seinen Konkurrenten widerfuhr. Als derzeit zweitstärkster Schwarzwälder hat sich Fabian Dietrich (SC Gütenbach) in der J-17-Klasse etabliert: Im Verfolgungsrennen wurde er Zweiter hinter Asal und den Massenstart beendete er auf dem vierten Platz. "Der Fabian hatte zwischendrin mal einen Hänger. Jetzt ist er aber wieder bei Kräften und gut in Form", sagt Hauswald. Unter die ersten Zehn kamen auch Maximilian Schneider (SC Schönwald) mit den Rängen sieben (Verfolger) und acht (Massenstart) sowie sein Vereinskamerad Felix Kuschel, der Fünfter (Massenstart) und Achter (Verfolger) wurde.

Bei den J-16-Mädchen zeigte Sophia Weiß (SC Todtnau) ein famoses Massenstartrennen und erkämpfte sich den zweiten Platz. Einen Tag später im Verfolger war sie gehandicapt und wurde Achte. "Die Sophia hat sich in ihrer Klasse in den Top Fünf etabliert", stellt Hauswald zufrieden fest. In der gleichen Altersklasse kam die Todtnauer Vereinskollegin Carina Gutmann im Verfolgungsrennen auf den zwölften Platz.

Wie eng Freude und Enttäuschung im Biathlonsport zusammen liegen, zeigt sich am Beispiel von Jule Schelb (SC Münstertal): Im Verfolgungsrennen der J 17 traf sie 16 der 20 Scheiben und sicherte sich den zweiten Platz, tags zuvor hatte sie das Massenstartrennen nach neun Schießfehlern bei 20 Versuchen als 14. beendet. "Im Massenstart war sie eine positive Überraschung und hat gezeigt, zu was sie fähig ist", sagt Hauswald. Ihre Todtnauer Vereinskollegin Emma Gutmann wurde Achte (Massenstart) und 14. (Verfolger). Bei der Jugend II (18/19) kam Selina Ostheimer (SC Schönwald) im Massenstart auf Rang fünf.

Robin Wunderle (SC Todtnau) zeigte nach zuletzt schwankenden Leistungen in Altenberg zwei gute Rennen: Den Massenstartwettkampf beendete er nach fünf Fehlschüssen auf Rang vier, im Netto-Verfolger schaffte er es gar auf den zweiten Platz. Hauswald: "Im Training ist er fleißig. Von seinem Potenzial her, kann er vorne mitmischen." Die in dieser Saison im IBU-Cup eingesetzte Christin Maier (SC Urach) skatete in Altenberg bei den Frauen auf die Ränge vier (Verfolger) und fünf (Massenstart).

Christian Krasman auf Rang elf in Sarajevo

Gestern fanden in Sarajevo (Bosnien-Herzegowina) die ersten Biathlonrennen beim Europäischen Olympischen Jugendfestival (European Youth Olympic Festival/EYOF) statt. Startberechtigt sind Athleten der Jugendklasse 18/19. Der Bonndorfer Christian Krasman (SC Schönwald) belegte im 7,5-Kilometer-Sprintrennen mit 87 Klassierten den elften Platz. Beim Liegendschießen hat er zwei Scheiben verfehlt, stehend eine. Nicola Lange (SV Kirchzarten) wurde nach vier Schießfehlern 35. bei der weiblichen Jugend.