Natur

So unterschiedlich können sich Pflanzen gegen Fressfeinde wehren

Jürgen Schickinger

Von Jürgen Schickinger

So, 26. August 2018 um 09:51 Uhr

Bildung & Wissen

BZ-Plus Pflanzen machen den Eindruck, weitgehend friedlich zu sein. Doch sie sind beileibe nicht wehrlos. Viele Gewächse haben raffinierte Methoden entwickelt, sich gegen feindliche Insekten zu wehren.

Biss für Biss wachsen die Fraßspuren – Raupen der Zuckerrübeneule sind über Tomatenpflanzen hereingebrochen. Die Gewächse wirken hilflos. Sie können weder um sich schlagen noch fliehen. Plötzlich aber fallen die ersten Raupen, aus denen Nachtfalter werden, über ihre eigenen Artgenossen her. Ein Duft, den die Tomatenstauden absondern, treibt die vegetarischen Larven in den Kannibalismus! Pflanzen sind beileibe nicht wehrlos. Teils erscheinen ihre Abwehrstrategien ziemlich hintertrieben. Wenn Fraßschäden dennoch groß ausfallen, spielt oft die Artenvielfalt oder das Klima eine Rolle. Trockenheit schwächt pflanzliche Abwehrkräfte.

Gewächse machen den Eindruck, weitgehend reglos und friedlich zu sein. "Aber alle Pflanzen verteidigen sich, sonst wäre die Welt nicht grün", sagt Alexandra Klein, Leiterin der Professur für Naturschutz und Landschaftsökologie der Universität Freiburg. Aktiv in Konflikte stürzen sich Pflanzen nicht. Doch sie wehren sich, können stechen, täuschen, vergiften, Armeen halten und tödliche Hilfe herbeirufen: Kieferblattwespen legen Eier an Nadeln der Bäume. Die geben daraufhin einen Duft ab, der parasitische Schlupfwespen anzieht, die auf die Eier spezialisiert sind. Nagen schon geschlüpfte Larven am Baum, ändert sich die Note des Duftes, erzählt Klein: "Jetzt lockt er Schlupfwespen an, die Larven auffressen."

Aktuell frohlocken ...

BZ-Plus-Artikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 10 Artikel kostenlos lesen - inklusive BZ-Plus-Artikel und BZ-Archiv-Artikel.

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 10 Artikel pro Monat kostenlos
  • BZ-Plus-Artikel lesen
  • Online-Zugriff auf BZ-Archiv-Artikel
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion
  • Zugang zu mehreren Portalen der bz.medien: badische-zeitung.de, fudder.de und schnapp.de

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ