Bildungsorte und Kulturlandschaft

KNA

Von KNA

Do, 15. Oktober 2020

Kultur

Deutschland stellt zwei Anträge auf Kulturerbe-Siegel.

Die Kulturministerkonferenz hat zwei weitere Nominierungen für das Europäische Kulturerbe-Siegel auf den Weg gebracht. Bei einer virtuellen Sitzung nominierte sie am Mittwoch Fulda und Petersberg als Orte der karolingischen Bildungsreform sowie das Oderbruch. Deutschland wird damit 2021 erstmals zwei Bewerbungen bei der Europäischen Kommission einreichen.

"Der Magistrat der Stadt Fulda und die Gemeinde Petersberg zeichnen für den Antrag mit den Klöstern Fulda und Petersberg verantwortlich, die in einzigartiger Weise den europäischen Bildungsgedanken seit der karolingischen Zeit vermitteln", teilte die Konferenz in Berlin mit. Kern des Antrags sei das Projekt "raban. Bildung in Bewegung", das Bildung und transkulturellen Dialog als europäisches Merkmal symbolisiere. Dom und Michaelskirche in Fulda und Sankt Peter in Petersberg hätten als Orte der Bildungsleistung und Vernetzung die karolingische Bildungsreform maßgeblich beeinflusst und repräsentierten sie.

Die Bewerbung "Das Oderbruch – Menschen machen Landschaft" ist ein Antrag des Landkreises Märkisch-Oderland im Auftrag der kommunalen Arbeitsgemeinschaft "Kulturerbe Oderbruch". "Es beschreibt eine einzigartige Kulturlandschaft im Osten des Landes Brandenburg, an deren Geschichte, Gegenwart und Zukunft gemeinsame europäische Werte deutlich werden", begründete die Konferenz ihre Nominierung. Das Oderbruch sei ein prägnantes Beispiel für die von Menschen geleistete Landschaftsgestaltung in der europäischen Geschichte. Der Antrag stelle die "Einwanderungslandschaft mit ihrer prägnanten Baukultur und einem Wassersystem, das zu den Leuchttürmen von Ingenieurwissen Europas im 18. Jahrhundert gehört, in den Mittelpunkt".

Die EU begründete das Europäische Kulturerbe-Siegel 2011. Europaweit wurden mittlerweile 48 Stätten in den bislang 24 beteiligten Staaten ausgezeichnet, darunter in Deutschland das Hambacher Schloss, die Rathäuser in Münster und Osnabrück als Stätten des Westfälischen Friedens, Leipzigs Musikerbe-Stätten sowie die Werkbundsiedlungen in Europa 1927–1932 mit der Stuttgarter Weissenhofsiedlung. Alle zwei Jahre können die an der Initiative beteiligten Mitgliedstaaten bis zu zwei Vorschläge machen, aus denen eine europäische Jury maximal einen Vorschlag auswählen kann.