Coronakrise

Blumen und Bücher werden in Müllheim nach Hause geliefert

Jutta Geiger und Volker Münch

Von Jutta Geiger & Volker Münch

Mi, 25. März 2020 um 18:03 Uhr

Müllheim

Während der Coronakrise setzen die Gärtnerin Malin Lüth und die Buchhandlung Beidek aus Müllheim auf Bestellungen – und liefern ihre Produkte nach Hause.

In der Coronakrise lassen sich viele etwas einfallen. Ideen, anderen zu helfen und selbst die Krise zu überstehen, gibt es zuhauf. Auch mancher Unternehmer aus Müllheim versucht weiter seiner Arbeit nachzukommen und Kunden zu erreichen. Zwei Beispiele aus Müllheim.

Wildling Blumen

Auf dem Grundstück von Malin Lüth freuen sich derzeit viele Frühlingsblüher über die vielen Sonnenstunden: Tulpen, Narzissen, Ranunkeln und Anemonen wachsen entweder draußen oder unter Plastikabdeckungen, je nach Kälteempfindlichkeit. Ihr neu gegründetes Unternehmen "Wildling Blumen" liefert sogenannte Slow Flowers, also Blumen ohne Gift, seit kurzem direkt vom Feld an Floristen in der Region. Jetzt, in der Coronakrise, verschickt sie die frisch geschnittenen Blumen per Post an Kunden oder an Geburtstagskinder, Omas und Opas. Bestellen kann man die Blumen im Internet, sobald das Geld da, ist gehen sie plastikfrei verpackt auf Reisen, also in einem Karton, eingeschlagen in Floristikpapier, schützend umhüllt von Holzwolle."Saison haben im Moment Narzissen, danach geht es nahtlos weiter mit Tulpen", erzählt Malin Lüth. Erst seit wenigen Tagen ist ihr Versandangebot online, doch es wird schon rege Gebrauch davon gemacht. 100 Pakete durfte die Jungunternehmerin bereits zur Post bringen.
Bestellen kann man unter wildlingblumen.de/blumenlieferung.

Buchhandlung Beidek

Auf die veränderte Situation haben Peter Kirsch und seine Geschäftspartnerin Antonia Schulze Hackenesch von der Buchhandlung Beidek bereits reagiert. Weil auch Buchhandlungen schließen mussten, haben die beiden Geschäftsinhaber nochmals den Onlinehandel verstärkt und einen Lieferservice ins Leben gerufen. "In diesen Zeiten greifen die Menschen wieder vermehrt zum Buch", erklärt Kirsch. Alle Mitarbeitenden nach Hause zu schicken und Kurzarbeitergeld zu beantragen, sei deshalb nicht ausschließlich eine Option gewesen, so Kirsch weiter. Nur für einen Teil der Belegschaft sei man diesen Schritt gegangen. Zwei Mitarbeitende unterstützen Kirsch und Schulze Hackenesch bei der Abwicklung der Kundenaufträge, ein weiterer Mitarbeiter fährt die bestellte Ware zu den Kunden. "Wir haben die Bestellmöglichkeiten bei uns über alle Kanäle bekannt gemacht. Unser Online-Geschäft läuft sehr gut", erklärt Kirsch. Er macht allerdings kein Hehl daraus, dass mit dieser Aktion nur ein Teil des üblichen Umsatzes erzielt werden kann und der ausschließliche Verkauf über den Bestellservice keine Dauerlösung ist.
Infos und Bestellung unter Tel. 07631/4336, buch@beidek.de oder http://www.beidek.de