Gibt es Differenzen im Bräunlinger Rathaus?

skk

Von skk

Do, 18. Juli 2019

Bräunlingen

Bauamtsleiterin verlässt die Stadt nach zehn Monaten / Vorwürfe über Disharmonie in der Stadtverwaltung.

BRÄUNLINGEN (guy). Im Rathaus sorgt die Personalsituation weiter für stete Beschäftigung der Stadtverwaltung. Ist eine Position besetzt, muss an anderer Stelle wieder neu ausgeschrieben werden. Im Raum steht dabei auch, dass es aktuell im Rathaus weniger harmonisch zugehe.

Für Verwunderung sorgte dabei der Entschluss von Sebastian Pfaff im Frühling, eine Stelle im Donaueschinger Rathaus anzutreten. Dort wird er ab Herbst für das Sachgebiet Personal zuständig sein. Verwunderung deshalb, weil Pfaff bereits seit 13 Jahren beim Bräunlinger Rathaus angestellt war. Auch seine Lehrzeit hat er hier absolviert. Bis dahin war Pfaff auch als designierter Hauptamtsleiter vorgesehen, der irgendwann einmal in die Fußstapfen des aktuellen Amtsinhabers Jürgen Bertsche treten soll.

Mit den Entwicklungen im Rathaus sei er nicht zufrieden, ohne dabei zu konkret zu werden: "Es ist in eine Richtung gegangen, mit der ich nicht einverstanden bin", sagt Pfaff. Mit seiner Entscheidung sei er offen umgegangen, vor allem auch mit Jürgen Bertsche, der seine Hoffnungen auf Pfaff gesetzt hatte. "Es gehört sich einfach, dass man sagt, was Sache ist", so Pfaff, der mit Bertsche ein gutes Verhältnis hat. Er ergänzt: "Der Abschied fällt mir gewiss nicht leicht, man versteht sich ja auch mit den Kollegen sehr gut."

"Ich bedauere seinen Wechsel", sagt Bürgermeister Micha Bächle. "Er wäre als Nachfolger des Hauptamtsleiters denkbar gewesen." Allerdings sei Bertsche auch noch etwas da, zudem stehe eine Besetzung von Pfaffs Stelle unmittelbar bevor.

Nun gibt es nach Pfaffs Entscheidung abermals einen Wechsel. Die Leiterin des Stadtbauamtes Antje Krotzinger wird im August Bräunlingen verlassen, die Stelle soll neu ausgeschrieben werden. "Wir haben uns im gegenseitigen Einvernehmen zu diesem Schritt entschieden", sagt Bächle. Demnach seien es familiäre Gründe, die ursächlich für die Entscheidung sind: "Ihre Familie lebt nach wie vor in Offenburg, daher wird sie zum Schuljahreswechsel gehen", sagt Bächle. Angetreten hat sie ihre Stelle im Oktober 2018. Kommissarischer Leiter wird Alexander Misok. Krotzinger werde ihre Projekte übergeben, am 25. Juli an der Gemeinderatssitzung teilnehmen und ebenso die Bauausschusssitzung begleiten. Die Zuständigkeiten werden laut Bürgermeister dann intern verteilt.

Wie Bächle sagt, werde die Stelle umgehend neu ausgeschrieben. Sie zu besetzen sei "grundsätzlich erst mal schwierig", erklärt der Bürgermeister. Neben der notwendigen Vorbildung und Qualifikation ist auch eine entsprechende berufliche Erfahrung notwendig. "Bisher haben wir allerdings alle Stellen auch wieder besetzen können", sagt Bächle. Ziel sei es daher nach der Ausschreibung etwa im September mit Bewerbern Gespräche führen zu können. Wer die Anforderungen erfüllt, wird schließlich dem Gemeinderat vorgestellt, der schlussendlich die Entscheidung über die neue Personalie treffen wird. Verstärkt werde das Bauamt ab August mit einem neuen Techniker. "Wir schauen, dass wir personelle Verstärkung bekommen", so Bächle.

Aus gut informierten Kreisen ist allerdings zu vernehmen, die personellen Wechsel haben mit dem Führungsstil der Rathausspitze zu tun, es gehe dort derzeit weniger harmonisch zu. Auch seien externe Personalberater hinzugezogen worden, um zu schlichten. "Wir sind bestrebt, dass es im Rathaus gut miteinander läuft und dass wir alles ausdiskutieren", erklärt Bächle. Von daher gebe es auch immer wieder Workshops mit entsprechendem Fokus im Rathaus. "Es gibt immer Dinge, die sieht manch einer eben anders", sagt der Bürgermeister. So komme es auch im Rathaus zu unterschiedlichen Auffassungen. "Ich schätze die Mitarbeiter sehr und bedauere jeden Einzelnen, der uns verlässt. Bei mehr als 100 Personen kommen solche Wechsel aus verschiedenen Gründen allerdings immer wieder vor, auch in Führungspositionen, erklärt Bächle. Man arbeite derzeit etwa auch daran, gute Rahmenbedingungen im Rathaus zu schaffen, etwa mit flexiblen Arbeitszeiten, Präventionsangeboten und guten Aussichten.