Mehr Sicherheit für Radfahrer in der Altstadt

skk

Von skk

Mo, 14. Oktober 2019

Bräunlingen

Gemeinderat Bräunlingen beschließt Kompromiss zum SPD-Vorstoß / Rad-Belange fließen ins Verkehrskonzept.

BRÄUNLINGEN (wur). Umweltfreundliche Mobilität und Sicherheit im Straßenverkehr sind landauf und landab Ansätze, die Kommunen bürgerfreundlicher und zukunftsorientiert aufzustellen. Ein Vorstoß der SPD-Fraktion, in der Bräunlinger Kernstadt mehr Radwege auszuweisen, endete im Gemeinderat mit einem Kompromiss, der dem angestrebten Verkehrskonzept nicht vorgreift.

Von einem einzulösenden Wahlversprechen sprach SPD-Fraktionschef Peter Ebert, als er eine ganze Reihe Straßennamen aufzählte, die komplett oder in Abschnitten mit Schutzstreifen oder Radfahrstreifen versehen werden sollten. Ebert definierte einen Nachteil der Kernstadt. Zwar sei Bräunlingen von allen Richtungen gut zu erreichen. Aber nur bis zum Rand er Kernstadt. Sei es von Waldhausen, Bruggen, Doggingen oder Hüfingen her: Die sichere Fahrt der Radler ende abrupt mit dem Übergang auf eine normale Straße. Ein höheres Verkehrsaufkommen und immer größere Fahrzeuge, machten die Benutzung der Straße für Radfahrer gefährlich. "Kinder und Schüler müssen risikolos an den Bahnhof kommen", nannte er einen weiteren Aspekt. Auch die Tatsache, dass immer mehr ältere Menschen mit hoher Geschwindigkeit auf E-Bikes unterwegs seien, spiele eine Rolle.

Bürgermeister Micha Bächle misst, wie er betonte, dem Thema Radverkehr Bedeutung bei. Der Ausbau von Radwegen erfolge sukzessive, zuletzt 2018, als in Döggingen ein Radweg angelegt wurde. Eine Umsetzung der SPD-Forderung ohne die Prüfung von Notwendigkeit, Kosten und tatsächlicher Nutzerzahlen sowie eine Entscheidung über künftige Tempo-30-Zonen sei kontraproduktiv. Vor allem, wenn man berücksichtige, dass der Gemeinderat bereits ein Verkehrskonzept in Auftrag gegeben habe. Das Thema Radverkehr werde man dem Verkehrsplaner mitgeben. Allerdings, so Bächle, stellten Fußgänger eine höhere Zahl an Verkehrsteilnehmern.

Der Dögginger Ortsvorsteher Dieter Fehrenbach schlüsselte die vom Land vorgegeben Fahrbahnbreiten für Straßen mit Schutzstreifen und Radfahrwegen auf. Ob 7,50 Meter oder 9,20 Meter: In der Kernstadt hätten solche Vorgaben kaum eine Chance. Berthold Geyer (Gruppe 84) sah das Radwegenetz durchaus verbesserungswürdig. Eine Temporeduzierung böte generell ein höheres Potenzial an Verkehrssicherheit, auch wenn Radler, in den engen Straßen auch immer mit Fahrfehlern der motorisierten Verkehrsteilnehmern rechnen müssten. Die Verkehrsbehörde werde ebenfalls ein Wörtchen mitreden wollen, warnte Michael Hall (CDU) und empfahl auf ein Gesamtkonzept zu warten. Bürgermeister Bächle formulierte am Ende den von allen Fraktionen getragenen Kompromiss: "Im Mobilitätskonzept sind Belange des Radverkehrs und der Sicherheit zu berücksichtigen." Dazu können Daten genutzt werden, die bei Verkehrszählungen im Oktober 2018 und Februar 2019 aufliefen. Damals wurden Pkw, Fußgänger und an einigen Stellen im Stadtgebiet auch vorbeifahrende Radfahrer registriert. Noch vor Jahresende möchte die Verwaltung mit dem Thema erneut in den Rat gehen.