Österreich

Braunau streitet über die Zukunft von Hitlers Geburtshaus

Patrick Guyton

Von Patrick Guyton

Mi, 08. Juli 2020 um 14:53 Uhr

Ausland

BZ-Plus Nichts soll mehr hinweisen auf den Diktator und Völkermörder: In Braunau am Inn kam Adolf Hitler zur Welt. Jetzt ist die Diskussion darüber neu aufgeflammt, was mit seinem Geburtshaus geschieht.

Wird Manfred Hackl im Ausland nach seinem Heimatort gefragt, dann sagt er, dass er "aus der Nähe von Salzburg" kommt. Nach Salzburg sind es zwar 60 Kilometer, doch die genaue geografische Angabe vermeidet der Grünen-Lokalpolitiker. Weil sie Überraschung, Befremden, vielleicht Argwohn hervorrufen würde. Hackl, 56 Jahre alt, lebt in Braunau. In Oberösterreich, am Inn, an der Grenze zu Deutschland. Es ist die Geburtsstadt Adolf Hitlers. Und deswegen weltbekannt.

"Wir wollen das Haus als Ganzes der Erinnerung entziehen und es so neutralisieren." Wolfgang Peschorn Hackl sitzt im Eiscafé Baccili in der Straße Salzburger Vorstadt 13, trinkt eine Apfelschorle und erzählt davon, wie es ist, in Braunau im Jahr 2020 im Gemeinderat Politik zu machen. Und immer wieder mit Hitler und dem Nationalsozialismus konfrontiert zu werden. "Das nervt schon sehr", sagt er. Und meint süffisant: "Als Lokalpolitiker ist man nicht stolz darauf." Direkt neben dem Eiscafé steht das Haus Salzburger Vorstadt 15. Dort wurde Hitler am 20. April 1889 geboren. Sein erstes Lebensjahr verbrachte er in dem Haus und "füllte die Windeln", wie manche Einheimische sagen. Die Familie zog innerhalb Braunaus um und 1892 nach Passau, da war Hitler drei Jahre alt.

Der Streit hat die inzwischen die Bundespolitik erreicht
Das Haus steht weiter an seinem Platz. Immer und immer wieder wird es als "Haus des Bösen" tituliert, als ob man die unermessliche NS-Schuld darauf abwälzen könnte. Braunau muss mit dem Erbe umgehen, irgendwie. Jetzt gibt es wieder großen Streit, der bis in die österreichische ...

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