Stelldichein regionaler Künstler

Christine Weirich

Von Christine Weirich

Mi, 12. Juni 2019

Breisach

Das zweite "Sommerfest der schönen Künste" lockte viele Besucher auf den Breisacher Neutorplatz / Über 30 Kunstschaffende an.

BREISACH. Dass sich Breisach mehr und mehr zur "Kleinen Stadt mit Flair" entwickelt, dazu trug maßgeblich auch das zweite "Sommerfest der schönen Künste" auf dem Neutorplatz am Pfingstwochenende bei. Zahlreiche Besucher flanierten über den kleinen Kunstmarkt und betrachteten die ausgestellten Werke von rund 30 Künstlern aus der Schweiz, Italien, Frankreich und Deutschland.

Der Aufbau des kleinen Zeltdorfes habe sich am frühen Samstagmorgen durch immer wieder stark aufkommende Windböen sehr schwierig gestaltet, berichtete Organisatorin Marita Brettschneider. Bedauerlicherweise hätten manche Aussteller auch Schäden hinnehmen müssen. Daher freuten sich die Künstler umso mehr, dass Bürgermeister Oliver Rein bei der Eröffnung des Marktes jeden einzelnen Aussteller an seinem Stand persönlich begrüßte. Brettschneider dankte dem Stadtoberhaupt für die Unterstützung dieses Projekts.

Sie sei sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung, sagte die Organisatorin. In Gesprächen habe sie Kontakte für den geplanten Kunstweges (Rundweg) knüpfen können, der beim Specktor beginnen und über den Münsterberg über die Fischerhalde an den Marktplatz führen soll. Am Schwanenweiher vor dem Stadtmuseum soll demnächst eine Betonskulptur von Gabriela Baumann aufgestellt werden. Die Schweizer Künstlerin, die in Italien lebt, gehört wie die meisten Aussteller dem Kunstverein "Art Stages" an.

Projekt "Kunstweg" nimmt Form an
Das im vergangenen Jahr von Kunstlehrer, Maler und Grafiker Wolfram Paul aus Altensteig fertig gestellte Gemälde, eine Ansicht des Münsters St. Stephan, werde zeitnah als erstes Bild eine Hauswand auf dem Marktplatz in Breisach zieren. Als Hommage an den Künstler Christo stellte Paul auf dem Kunstmarkt das "verhüllte Münster" aus.

Marita Brettschneider hat sich der Ölmalerei verschrieben. Eines ihrer facettenreichen "Iris-Motive" soll den Klostergarten auf dem Münsterberg schmücken. Mit abstrakter Acrylmalerei in eher großformatigem Stil befasst sich Andrea Wilcke aus Ihringen. In ihren Bildern verarbeitet sie gern alltägliche Materialien, beispielsweise Kaffeesatz oder Dinge aus der Natur. Die Frage sei nicht, was man betrachte, sondern was man sehe, erläuterte die Künstlerin.

Aus Kaysersberg im benachbarten Elsass kam Eric Weibel mit seinen Exponaten nach Breisach. Seine Werke zeigen Notenschlüssel aus Keramik in eigenwilliger Form, die auch in Fotografien in Verbindung mit verschiedenen Instrumenten widergespiegelt werden. Er arbeite mit 14 unterschiedlichen Techniken, informierte Weibel. Georgischer Herkunft ist der Künstler Emsari Gorgasali aus Freiburg. Seine Ölgemälde zeigen überwiegend Landschaften, aber auch Motive der Münsterstädte Breisach und Freiburg. Christiane Schmitt aus dem Saarland stellte " Filzen mit Synthappret" vor, eine Filztechnik, die noch wenig bekannt ist. Ihr Textildesign war ein Hingucker für Ökobewusste. José Manuel Valente Pinho, der aus Portugal stammt und im Schweizer Kanton Aargau lebt, stellte Mosaik-Kunstwerke aus, nahezu alle mit Vogelmotiven. Seine Techniken sind Mosaike aus spanischen Fliesen und Glas auf Sperrholz.

Christina Knobel aus Eschbach beherrscht die Kunst der "Schattenmalerei". Beim Malen von Licht und Schatten genießt sie die Freiheit des Expressionismus. Zudem malt sie Porträts von Mensch und Tier. Wort, Bild und Ton verwendet Gregor Schmitz aus Rheinfelden. Er veranschaulichte mit leichtem Pinselstrich, wie Kindergesichter entstehen, spielte auf seiner Panflöte oder erklärte seine Malerei. Malerei, Musik und Schreiben bildeten ein schöpferisches Ganzes, eine Symphonie der Künste, erklärte er.