Breisgau

Verband vergibt kostenfreies Saatgut für die Anlage kleiner Wildbienen-Wiesen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 18. Juni 2019 um 09:50 Uhr

Breisach

Der Bestand der Bienen ist stark gefährdet, da Lebensräume fehlen. Der Landschaftserhaltungsverband Breisgau-Hochschwarzwald sucht deshalb Menschen, die sich für Wildbienen einsetzen.

386 Bienenarten sind in den Weinbauregionen Kaiserstuhl und Tuniberg nachgewiesen, viele weitere kommen in den Weinbergen im Markgräfler Land vor. Die Honigbiene ist nur eine davon, sie liefert dem Menschen Honig und Wachs. Alle anderen Arten sind wild lebend, also Wildbienen.

Den Wildbienen fehlen Lebensräume

Der Bestand der Bienen ist stark gefährdet, weil Lebensräume fehlen und sie dadurch nur schwer Nahrung oder Nistplätze finden. Deshalb sucht der Landschaftserhaltungsverband Breisgau-Hochschwarzwald (LEV) Menschen, die sich für Wildbienen einsetzen und den Landkreis besonders bienenfreundlich gestalten möchten.

Die Arten sind wählerisch: Die Weibchen können nur etwa 350 Meter Luftlinie von ihren Nistplätzen aus fliegen, um Pollen zu sammeln. Rund drei Viertel der Arten nisten im Boden, etwa in besonnten Böschungen, Lösswänden und an Wegrändern. Viele davon brauchen spezielle Pflanzen wie Flockenblumen, Glockenblumen und Resede für ihre Nachkommen.

LEV bietet kostenfrei Saatgut für die Anlage kleiner Wildbienen-Wiesen

Gärtner können jetzt selbst etwas für Wildbienen in ihrem Garten tun: So sollten Himbeeren nur 40 Zentimeter über dem Boden abgeschnitten werden, denn in den Stängeln nisten Wildbienen. Rosen- und Grünkohl sollten im Garten belassen werden, bis zur Blüte. Um die bedrohte Senf-Blauschillersandbiene – die Biene des Jahres – zu unterstützen, sollte Ackersenf als Gründüngung gesät werden. Hilfreich ist es für Wildbienen außerdem, heimische Wildblumen wie die Skabiosen-Flockenblume oder Stauden wie Steppensalbei, Wollziest und Strahlenastern zu pflanzen.

Der LEV bietet kostenfrei Saatgut für die Anlage von kleineren Wildbienen-Wiesen an. Gesucht werden Flächen außerhalb der Siedlungen in der Nähe zu Reblagen mit Böschungen, die mindestens 100 Quadratmeter groß sind. Die Flächen müssen künftig gepflegt werden mit einer jährlichen Mahd und dem Abtransport des Schnittguts.
Wer geeignete Flächen zur Verfügung stellen möchte, kann sich beim LEV bewerben. Kontakt: anja.doering@lkbh.de

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