Breisacher NABU gegen Haustür-Werbung

Dirk Sattelberger

Von Dirk Sattelberger

Sa, 08. Mai 2021

Breisach

Ortsgruppe Breisach/Westlicher Kaiserstuhl will auf andere Art für eine Mitgliedschaft im Naturschutzverband werben.

Die Breisacher Ortsgruppe des Naturschutzbundes (NABU) distanziert sich von Haustür-Werbeaktionen des Landesverbands, die in den vergangenen Wochen im Kaiserstuhl liefen (BZ vom 22. April). Dazu schreibt der NABU Breisach/Westlicher Kaiserstuhl: "Klar entschieden wollen wir ein derartiges Werbevorgehen auf dem uns zugeteilten Gebiet nicht", so Manfred Harms, Sprecher der NABU-Ortsgruppe Breisach/Westlicher Kaiserstuhl. Grund: Eine weitestgehende Kontaktreduzierung sei ein "wichtiges Gebot der Stunde" in der Corona-Pandemie, teilt Harms mit, der im Hauptberuf als Orthopäde und Notarzt in Breisach arbeitet.

"Auch wenn bei den Werbegesprächen erforderliche Sicherheitsmaßnahmen sicherlich gewahrt werden", lehne die Ortsgruppe Breisach/Westlicher Kaiserstuhl diese Form der Mitgliederwerbung ab. Von den professionellen Werbern habe man darüber hinaus nichts gewusst bis zum Erscheinen des BZ-Artikels. Darin hatte ein Bürger aus Ihringen den Werbeversuch an seiner Haustür scharf kritisiert in einer Zeit, in der viele Menschen ihre Kontakte sehr stark einschränken mussten oder weiterhin müssen. Die Aktion war von der NABU-Ortsgruppe Kaiserstuhl in Vogtsburg gut geheißen worden, um neue Mitglieder zu werben.

Manfred Harms spricht sich hingegen im Namen der Breisacher Ortsgruppe für eine "organische Form" der Werbung ohne Einsatz professioneller, externer Werber aus – diese habe der Naturschutz auch nicht nötig. "Wir vertrauen auf das Empfindungsvermögen der hier lebenden Bevölkerung, welche von ganz alleine auf die zunehmende Notwendigkeit der Bewahrung der Naturschätze an Tuniberg und Kaiserstuhl zu erkennen in der Lage ist," so Harms. Dafür werben die Mitglieder mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit im größten deutschen Naturschutzverband.