Förderverein

Das Hallenbad in Breitnau verbindet Jung und Alt – seit 45 Jahren

Thomas Biniossek

Von Thomas Biniossek

So, 20. Oktober 2019 um 15:16 Uhr

Breitnau

Das Hallenbad in Breitnau ist ein fester Bestandteil der Infrastruktur. Der Förderverein setzt sich seit 15 Jahren für den Erhalt des kleinen Hallenbads ein. Ein Besuch im Bad.

Egal, welchen Alters, ob 25 oder 80, die Stimmung im Breitnauer Hallenbad war eindeutig: "Das Schwimmbad ist ein enorm wichtiger Teil unserer Infrastruktur", sagte die 27 Jahre alte Carolin Wursthorn und wurde darin von der 81-jährigen Luise Wangler bestätigt: "Ich habe hier 1974 bei den ersten Schwimmkursen unter der Leitung von Frau Schneidenberger mitgemacht. Bis heute hat das Bad einen ganz großen Stellenwert für uns alle im Dorf."

45 Jahre gibt es nun das Hallenbad in Breitnau, genau 15 Jahre kümmern sich Mitglieder des Fördervereins nachhaltig um den Erhalt des Bades. Das wurde am Samstagnachmittag unter großer Anteilnahme gefeiert. Kurz nachdem die Türen für die Veranstaltung mit vielen Aktivitäten – für Kinder und Erwachsene gleichermaßen – geöffnet wurden, nahmen die "Senioren" am Stammtisch Platz, um einen gemütlichen Nachmittag in "ihrem" Hallenbad zu verbringen. Kinder und deren Eltern strömten ins Bad, voller Vorfreude.

"Ältere Leute haben hier die Möglichkeit, sich zu treffen, soziale Kontakte zu stärken. Und Kinder können hier schwimmen lernen." Stephan Zähringer
Kaffee und Kuchen gab’s, Laugenstangen, Knabbereien, Getränke für die Kleinen, Luftballons. Wer wollte, konnte an der Wasserolympiade teilnehmen, mit Bällen spielen, auf dem Schwimmbrett balancieren. Massagen waren angesagt, Wassergymnastik war im Angebot. Und am Ende wurden die Kinder prämiert, die sich am Logo-Wettbewerb für den Förderverein engagiert hatten.

"Ältere Leute haben hier die Möglichkeit, sich zu treffen, soziale Kontakte zu stärken. Und Kinder können hier schwimmen lernen", sagte Stephan Zähringer, Beisitzer des Fördervereins und zusammen mit seiner Frau Anne aktiv bei der Schwimmbadaufsicht. Ringsum gebe es nichts Vergleichbares wie dieses Schwimmbad, das noch dem Wortsinn nach zum Schwimmen einlade. "Nichts gegen das Spaßbad in Titisee, das für den Hochschwarzwaldtourismus eine Strahlwirkung hat. Aber hier kann man eben noch seine Bahnen ziehen", sagte Stephan Zähringer.

Regelmäßiger Schwimmunterricht für Grundschüler

Genau das sei eben auch eine Bereicherung für den Tourismus, meinte Martina Herrmann, Gründungsmitglied des Vereins. Das Bad sei ein Hotspot für die Dorfgemeinschaft und die Gäste. "Es ist natürlich immer wieder bei den Haushaltsberatungen des Gemeinderates ein Thema. Aber nach meiner Einschätzung stehen sowohl die Verwaltung mit Bürgermeister Josef Haberstroh als auch die Ratsvertreter hinter dieser Einrichtung", so die ehemalige Gemeinderätin.

Die Möglichkeit für die Grundschüler, an einem regelmäßigen Schwimmunterricht teilzunehmen, sei hoch einzuschätzen, "das ist in anderen Gemeinden längst nicht mehr Alltag", so Carolin Wursthorn, die sich als Kassiererin engagiert.

Das sieht auch ihre Schwester Kerstin Wursthorn so. "Als wir Kinder waren, sind unsere Eltern regelmäßig mit uns ins Schwimmbad gegangen. Und ich habe hier das Schwimmen erlernt", sagte die 25-Jährige. Wellness sei in Ordnung, "aber Schwimmen können, und das können immer weniger Kinder, ist einfach enorm wichtig".

"Wir sind mit unserem Schwimmbad eine Insel", sagte die 78-jährige Adelheid Ketterer, die täglich schwimmt. Dass dieses Bad erhalten bleiben müsse, ist für sie keine Frage. Die Politik des Landes und Bundes sei gefordert, solche Einrichtungen ebenso finanziell zu fördern wie weitere Sportstätten, meint sie.

"Dieses Schwimmbad ist etwas Besonderes." Gerti Ruf, ehrenamtliche Badeaufsicht
"Ich bin 2006 nach Breitnau gezogen und habe festgestellt, dass das Schwimmbad ein Dreh- und Angelpunkt für Jung und Alt gleichermaßen ist", sagte der 49-jährige Patrick Günther.

Das Bad habe deshalb eine große Bedeutung für den Ort, weshalb er den Förderverein bei seinen Veranstaltungen unterstütze. "Es wurde in meiner Zeit viel investiert in den Saunabereich, die Eingangshalle und technische Anlagen. Und der Förderverein hat nicht nur Manpower eingebracht, sondern wie die Gemeinde viel Geld in die Hand genommen, um beispielsweise die Chlorregel- und Messanlage zu erneuern." Das gelte es fortzusetzen.

"Dieses Schwimmbad ist etwas Besonderes und eine wichtige Einrichtung in unserer Gemeinde", meinte Gerti Ruf, eine der ehrenamtlich tätigen Badeaufsichten. Das sieht auch Jürgen Brender, dessen vierjährige Tochter gerade einen Schwimmkurs besucht, ebenso. "Glücklicherweise leistet sich die Gemeinde Breitnau noch dieses Schwimmbad", sagte der 37-Jährige, der eine Familien-Jahreskarte hat und regelmäßig mit seinen Töchtern zum Schwimmen kommt.

Kinder erstellen Logo für Förderverein

Andrea Faller fasste die Meinung der Besucher noch einmal zusammen: "Kinder können schwimmen lernen und hier toben. Erwachsene können sich hier sportlich betätigen bei einem tollen Angebot an Aktivitäten. Touristen und Einheimische haben abseits vom Spaßbad die Möglichkeit, in Ruhe ihre Bahnen zu ziehen, und das zu einem erschwinglichen Preis." Für die stellvertretende Fördervereinsvorsitzende gibt es zu diesem Schwimmbad keine Alternative. "Es stehen für die Gemeinde und uns als Ehrenamtliche noch viele Aufgaben an. Aber es lohnt sich."

Die Prämierung der Kinder, die sich am Logo-Wettbewerb beteiligt hatte, nahm Stephan Zähringer vor. "Es war nicht einfach, unter den eingereichten Arbeiten die Besten herauszufinden", sagte er. Es siegte der Beitrag von Mia Gerwien mit ihrem Seepferdchen-Bild. Nach einer professionellen Überarbeitung soll aus dem Gerwien-Bild ein Logo für den Förderverein erarbeitet werden.
Das Hallenbad ist wegen Putz- und Renovierungsarbeiten vom 4. November bis 2. Dezember geschlossen.