Buche, Esche und Eiche unterm Hammer

Silke Hartenstein

Von Silke Hartenstein

Mi, 05. Februar 2020

Bad Bellingen

Brennholzversteigerung auf dem Hertinger Waldparkplatz mit Bürgermeister Carsten Vogelpohl als Auktionator.

BAD BELLINGEN-HERTINGEN. "So warm war es noch nie", fand ein älterer Teilnehmer der Holzversteigerung. In der Tat brauchte man das lodernde Lagerfeuer auf dem Hertinger Waldparkplatz weniger zum Aufwärmen, sondern mehr für die gute Atmosphäre.

"Wir befinden uns mitten im Klimawandel", stellte Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer fest. Er nutzte die Gelegenheit zur Werbung für den klimaneutralen Brennstoff Holz. Demnach ersetzen fünf Ster Buchen- und Eschenholz 1000 Liter Heizöl. Bei der Holzverbrennung werde nur soviel Kohlenstoffdioxid freigesetzt, wie der Baum während seines Lebens der Atmosphäre entzogen hat, und die Baumentnahme schaffe Platz für neue Bäume, die neues CO2 binden. Zudem, so Schirmer weiter, spare man Geld bei der Nutzung von Brennholz, statt fossiler Brennstoffe, und: "Der Wald liefert den einzigen nachwachsenden Rohstoff, den wir vor unserer Türe haben." Wie Schirmer sagte, fehlt nach den extrem trockenen Jahren 2018 und 2019 immer noch Wasser in den tieferen Bodenschichten und zur Auffüllung des Grundwassers.

An Bad Bellingen, so Forstrevierleiterin Heike Wiegand auf Anfrage der Badischen Zeitung, seien die beiden trockenen Jahre nicht spurlos vorbei gegangen, doch habe man im Hertinger Wald mit seinem wasserspeichernden Lössboden noch sehr wenige Probleme. Man schlug nicht mehr Buchen ein als sonst, zog allerdings dürregeschädigte Buchen vor.

Wiegand, die Mitarbeiterin des Forstamts Kandern, Tamara Köninger, und Bürgermeister Carsten Vogelpohl kümmerten sich um die Versteigerung. Wie Vogelpohl erzählte, kenne er das nicht aus seiner alten Heimat Münsterland. Nun widmete er sich mit Vergnügen seiner Aufgabe als Auktionator und bewarb Polter Nummer 28 mit: "Zur frischen Luft im Wald kommt noch die Luft aus der Salzgrotte." Bad Bellingens Bade- und Kurverwaltung hatte je fünf Freikarten für Balinea Thermen und Salzgrotte spendiert. Einige davon wurden während der Versteigerung als Bonus vergeben, die anderen danach unter den Käufern verlost.

Insgesamt 203 Festmeter Brennholz, Buche, Esche und etwas Eiche wurden verkauft. Davon gingen 69 Festmeter für vier Euro pro Festmeter über dem Anschlagspreis auf Vorbestellung an neun Bürger aus Bad Bellingen und den Teilorten. Bei der Versteigerung im Wald wechselten 134 Festmeter den Besitzer. Der Anschlagspreis für die Polter wurde hier um sechs Prozent überschritten, statt durchschnittlich 53,21 Euro pro Festmeter kamen 56,53 Euro herein. Der Gesamterlös von 11 500 Euro fließt nun in die Gemeindekasse.

Die Anschlagspreise lagen bei 55 Euro pro Festmeter für Buche, 49 Euro für Esche und 46 Euro für Eiche. Warum letztere so günstig war, wurde klar, als Bürgermeister Carsten Vogelpohl launig ein Polter Eichenholz anpries: "Da kann die Säge zeigen, was sie kann." Zu guter Letzt genossen die Besucher auf dem Festplatz die gute Bewirtung durch die Helfer des MSC Hertingen mit Kartoffelsuppe, Schübling, Brot, warmen und vor allem kalten Getränken.

Nächste Holzversteigerungen: Samstag, 8. Februar, 10 Uhr, Liel, Langackerweg; Samstag, 8. Februar, 10 Uhr, Mauchen, Kreuzung Käferholzweg- Lielbuckweg; Samstag, 15. Februar, 10 Uhr, Obereggenen, Treffpunkt Bürglerstraße.